Ladenburg

Ladenburg Stadtkapelle begeistert mit „Cinema And More“ rund 450 Zuhörer in der Lobdengauhalle

Junger Pianist glänzt mit virtuosem Spiel

Unvergessene Filmmusiken wie „Lawrence von Arabien“ und „Gladiator“, ein legendäres Jazzklavierkonzert und eine Portion Swing: Mit dem Programm „Cinema And More“ hat die Stadtkapelle Ladenburg großes Kino gezeigt. Dazu kam die einmalige Stimmung aus jugendlicher Frische und ungezwungener Festlichkeit, die das Frühjahrskonzert des Orchesters um Dirigent Helmut Baumer immer auszeichnet. Durch seine wortspielerische Anmoderation der Stücke fühlten sich rund 450 begeisterte Zuhörer von Johannes Fritz erneut stets hervorragend ins Bild gesetzt.

Bestens aufgelegt zeigte sich auch die Stadtkapelle in der Lobdengauhalle. Wie zusätzlich angespornt von der Virtuosität des 17-jährigen Solisten Youcheng Weng am Konzertflügel, verzauberten die Musiker ihre Zuhörer beispielsweise bei der 20-minütigen „Rhapsody In Blue“. Anfang der 1920er Jahre von George Gershwin komponiert, verbindet das zeitlose Werk Jazz und klassisch anmutende Musik.

Nach Bravorufen und donnerndem Beifall gab’s als Zugabe noch Gershwins verträumtes „Summertime“. Nach dem überwältigenden Applaus gestand der Dossenheimer dem „MM“-Reporter: „Ich fühle mich ziemlich toll: So ein großes Publikum, und das Orchester hat brillant gespielt.“ Der Schüler besucht das Bunsen-Gymnasium in Heidelberg.

„Klavierspielen macht mir Spaß, aber ein professioneller Pianist werde ich nicht mehr“, befand der Schüler des Ladenburger Musiklehrers Andreas Benend. „Da hat sich der Aufwand mit dem Flügel auf der Bühne doch gelohnt“, scherzte Baumer in der Pause. Dabei hatten auch ihn Solist und Ensemble entzückt: „Das war nur für die Bläser arrangiert, Youcheng hat den Originalklavierpart gespielt“, erklärte der Dirigent strahlend.

„Leider saß ich hinten und habe seine Finger nicht sehen können, aber ich war als großer Fan von Lang Lang begeistert von Youcheng Weng“, erklärte Günter Armbruster. Der Ilvesheimer ist Stammgast. „Für ein Amateurensemble klingt alles sehr professionell, und das ist ein großes Verdienst von Baumer“, fand Armbruster.

„Die Stadtkapelle hat diese Herausforderung toll gemeistert: Die Musiker sind mit Herzblut bei der Sache, und Ladenburg kann stolz sein, solche Leute zu haben“, lobte auch Profimusiker Ecki Mayer als Besucher das Glanzlicht. Es folgten weitere Höhepunkte: Der heitere „Police Academy March“ erfreute Marschmusikfreunde, „Moment For Morricone“ Italo-Westernfans. Bei „Gabriel´s Oboe“ aus dem Film „Mission“ mit Robert De Niro ließ Baumers Musikschullehrerkollege Olaf Gramlich das im Titel genannte Instrument hinreißend erklingen. „Wunderbar“, fand das auch der Ladenburger Hans-Michael Höhle.

Beim Kultrocksong „Bohemian Rhapsody“ von Queen als Instrumental bediente die E-Gitarre Hans Schmitt, der ebenso an der Musikschule unterrichtet, und hörte begeisterten Beifall. Ebenso gekonnt: das Medley aus fünf Glenn-Miller-Melodien, bei denen Ralf Weiser (Saxofon), Max Heinke (Trompete) und Patrik Weßling (Klarinette) auftrumpften. „Ich bin sehr stolz auf dieses Orchester“, zeigte sich Baumer nach der stürmisch eingeforderten Zugabe bewegt.