Ladenburg

Ladenburg Egon Lackner feiert heute seinen 90. Geburtstag / Empfang in der Alten Kochschule

Kämpfer für die Altstadt

Archivartikel

Vor fünf Jahren, im Vorfeld seines 85. Geburtstags, haben wir Egon Lackner nach seinen Wünschen gefragt. Der Altstadtrat präsentierte eine lange Liste: Gesundheit, Schaffenskraft, fähige Nachfolger und anderes mehr. Und was wünscht sich der 90-Jährige? Egon Lackner lacht: „Dasselbe wie mit 85.“ Immerhin, ein Wunsch ging mittlerweile in Erfüllung: Die Stadt hat die Sebastianskapelle übernommen.

Seine größte Sorge und sein Engagement gelten nach wie vor der Altstadt: „Wenn man nichts unternimmt, ihr keine Aufmerksamkeit schenkt, sehe ich auf Dauer Schwierigkeiten. Das darf nicht aus dem Ruder laufen.“ Die Erforschung der Altstadt steht nach Auffassung von Egon Lackner erst am Anfang: „Da wäre ich gern noch lange dabei.“

Und den jungen Bewohnern der Altstadt müsse bewusstgemacht werden, wie es hier vor der Sanierung ausgesehen hat. „Ohne schöne Altstadt kein Tourismus“, fährt der Altstadtrat fort. „Wer sich touristisch im Kreis der schönen Städte behaupten will, der muss etwas dafür tun. Die Leute wissen gar nicht, was sie an der Altstadt haben.“

Als Architekt verfügt Egon Lackner über das fachliche Rüstzeug, um alte Gebäude beurteilen zu können. Und er hat reichlich Erfahrungen mit der Altstadt, denn er gab den Anstoß zur Gründung der mittlerweile legendären Planungsgruppe 67, die entscheidende Impulse zur Sanierung und damit zur Rettung des Charakters von Ladenburg gab. Zudem leitete Egon Lackner 16 Jahre lang den Heimatbund, der ihn zum Ehrenvorsitzenden ernannte.

Auch sein kommunalpolitisches Engagement nutzte der Jubilar, um für den Erhalt der Altstadt zu wirken. Über 20 Jahre arbeitete der CDU-Mann im Gemeinderat mit und wirkte in den Ausschüssen und Kommissionen, die für sein Herzensanliegen besonders wichtig waren: Modernisierungskommission, Rathauskommission, Ladenburgkommission und Technischer Ausschuss. Für seine Verdienste erhielt Lackner im Oktober 2002 das Bundesverdienstkreuz. Noch heute nimmt er als Stadtbildpfleger an Sitzungen teil, die Altstadtthemen betreffen. Allerdings hängt Egon Lackner nicht nur an Altem, sondern denkt auch an die Weiterentwicklung der Stadt. So ist er ein Verfechter der neuen Neckarbrücke sowie von Baugebieten. Auch in diesen Beziehungen will der Jubilar nicht, dass Ladenburg abgehängt wird.

Von gesundheitlichen Problemen hat sich Egon Lackner wieder erholt. Dazu beigetragen hat sicherlich, dass noch viele Aufgaben auf ihn warten: „Ich werde weitermachen wie bisher, so lange es mir möglich ist.“ Und natürlich freut er sich darüber, dass der Heimatbund für ihn heute zwischen 11 und 13 Uhr einen Sektempfang in der Alten Kochschule (Lustgartenstraße 4a) ausrichtet.