Ladenburg

Ladenburg Funde aus dem Dreißigjährigen Krieg im Museum

Kanonenkugeln lagen im Graben

Archivartikel

Etliche Funde aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs gibt es im städtischen Lobdengau-Museum zu sehen. Auf auffälligsten: eine große Vitrine mit Waffen und Kriegsgerät des 16. und 17. Jahrhunderts. Allerdings, so Museumsleiter Dr. Andreas Hensen: „Es gibt Objekte, die Ankäufe aus dem Antiquitätenhandel sind. Das ist ein Schwachpunkt.“ Man müsse künftig klarer vermerken, welche Objekte aus Ladenburg stammen und welche nicht. Ein Pulverhorn kommt mit Sicherheit aus der Römerstadt, ebenso die Kanonenkugeln, die zum Teil im Südgraben des Bischofshofs gefunden wurden. „Die 40-Pfund–Kugel gehört zu einer Kartaune, die 24-Pfund-Kugel zu einer Halbkartaune“, erläutert Dr. Hensen die Unterschiede.

Wesentlich drastischer erinnert ein großes Foto, das drei Skelette zeigt, an die Schrecken des Krieges. Wenig östlich des Bischofshofs legten Archäologen 1974 die Gebeine von jungen Frauen frei, die im frühen 17. Jahrhundert verscharrt worden waren. Es handelt sich wohl um einige der Opfer, die bei der der Einnahme Ladenburgs durch das protestantische Heer am 8. Mai 1622 der Soldateska zum Opfer fielen.

„Es gibt auch noch unbearbeitete Grabungsfunde aus der Zeit“, verrät Dr. Hensen. Doch eine Ausstellung über den Dreißigjährigen Krieg ist nicht geplant: „Das schaffen wir nicht. Man könnte auch etwas über das Ende des 1. Weltkriegs machen. Aber da bräuchte man einen Stab von Leuten.“ kba