Ladenburg

Schriesheim Gestern Nachmitttag Ankunft der Mathaisemarkt-Boxer vom Bosporus in Heidelberg / Dickes Lob für Visa-Stelle

Karl Lamers macht den Weg frei

Archivartikel

Die Organisatoren des Mathaisemarkt-Boxens in Schriesheim atmen auf: Die Boxer vom Bosporus sind am Olympiastützpunkt (OSP) Rhein-Neckar in Heidelberg angekommen. Damit steht dem Vergleich zwischen Junioren- und Elite-Athleten von Fenerbahce Istanbul mit einer heimischen Landesauswahl nichts mehr im Weg. Am Sonntag um 10.30 Uhr heißt es „Ring frei“ im Festzelt. Bereits heute Abend findet der Erststart der Teams in Wangen im Allgäu statt.

Das sah vor wenigen Tagen noch anders aus, wie zu erfahren war. Wer weiß, ob es die Begegnung mit Fenerbahce gegeben hätte, wenn sich nicht Karl A. Lamers eingeschaltet hätte. Der hiesige Bundestagsabgeordnete telefonierte extra mit dem deutschen Generalkonsul Michael Reiffenstuel in Istanbul.

„Das Hauptstadtbüro von Karl Lamers hat dann angerufen und signalisiert, dass alles klargeht“, sagt Werner Kranz erleichtert, der als Hauptverantwortlicher beim gastgebenden Kraft-Sport-Verein (KSV) Schriesheim den Hilferuf abgesetzt hatte. Am Montag hätten die Gäste der 44. Matinee nach der ursprünglichen Planung schon für erste Trainings in Heidelberg sein sollen. Doch hatte es in der Boxabteilung von Fenerbahce kürzlich einen Personalwechsel gegeben. So kam es, dass die Anträge für Visa der Sportler zur Einreise in die EU etwas zu spät gestellt wurden.

„Super, dass die Bearbeitung noch rechtzeitig geklappt hat“, freut sich auch Okan Sezer (Dossenheim), nachdem er am Mittwoch erst die endgültig erlösende E-Mailnachricht aus Istanbul las. „Diese Unterstützung fand ich großartig“, lobt Sezer die Visastelle des Generalkonsulats. Der KSV-Kampfrichter gilt als rechte Hand von Kranz. Das Mitglied des Fenerbahce-Fanclubs Heidelberg bringt mit dessen Unterstützung nicht nur den gemeinsamen Lieblingsverein nach Schriesheim, sondern stellt mit Live-Sängern auch ein besonderes Programm auf die Beine (wir berichteten).

„Das Netzwerk funktioniert“

Zu Gast im Festzelt sind auch Schweizer Boxer, die Uwe Hamann (Salem), der Präsident des Landesboxverbands, eingeladen hatte, als der Fenerbahce-Start wackelte. „Das Netzwerk funktioniert“, freut sich Kranz und stellt klar, dass Sezer „alles richtig gemacht“ habe. Natürlich ist der 72-jährige Kranz, Ehrenpräsident des Boxverbands Baden-Württemberg und seit 1966 Chef der KSV-Boxer, mit all seiner Erfahrung immer noch unabkömmlich. So kümmert er sich um Zeitnehmer, Protokollführer und Ringarzt. Das „Ringbaukommando“ muss ebenso zur Stelle und der Bereich für Ehrengäste vorbereitet sein. Auch Nationalflaggen und Geschenke besorgt Kranz. Ehefrau Margit, Tochter Kerstin und deren Mann Marc unterstützen ihn. „Und das alles für drei Stunden Boxen“, seufzt Margit Kranz manchmal. pj