Ladenburg

Ladenburg Ringer und 03er-Fußballer hauchen Kerwe-Tradition frisches Leben ein / „Die 3 Prinzen“ dabei / Vereine und Wirte zufrieden

Karussell und Kuchen locken

Sie hat einige Hundert Jahre auf dem Buckel – die Kerwe-Tradition in Ladenburg. Inzwischen haben jüngere Feste der einstigen Kirchweihfeier den Rang abgelaufen. Doch im Herzen vieler Ladenburger hat die Kerwe nach wie vor ihren Platz. „Es muss nicht immer alles groß sein“, traf Stadtrat Günter Bläß bei der Eröffnung den Nagel auf den Kopf. Obendrein gelang es den Römerstadtringern im Verein mit den 03er-Fußballern der Kerwe frisches Leben einzuhauchen.

„Man muss nicht mehr suchen“

Los ging es bereits am Samstagvormittag: Das 9. Freiluft-Gewichtheben des Athletik-Sport-Vereins (ASV) füllte die Zuschauerbänke an der Lobdengau-Halle (wir werden noch darüber berichten). Nachmittags fand auf dem Marktplatz die offizielle Eröffnung statt. Mit dem Anschnitt des Kerwe-Kuchens bestritt Bläß seine erste Amtshandlung als 1. Stellvertreter von Bürgermeister Stefan Schmutz, der für einige Tage Urlaub macht.

Dass es diesmal keinen Kerwe-Standort im Benzpark gebe, habe seinen Charme, so Bläß: „Man muss nicht mehr suchen, wo die Kerwe ist, sondern weiß am Marktplatz alles versammelt.“ Schmunzelnd erinnerte Bläß an seine Kindheit vor rund 60 Jahren, als es bei der Verwandtschaft noch Kerwe-Geld für die Fahrgeschäfte gab.

Kinderkarussell und Euro-Jet waren auch diesmal für die jüngsten Besuchter eine Attraktion. Man sah dort oft junge Familien mit Kindern. Auch der Zwetschenkuchen, den Patricia Krusenbaum vom Gastro- und Tourismusverband gebacken sowie zusammen mit Wirtskollegen gestiftet hatte, zog Besucher an. Der Bundestagsabgeordnete Karl A. Lamers verteilte Stück für Stück kostenlos vor dem Ladenburger „Zucker-Häusel“ von Susanne Lederer-Metz.

Bläß lobte die „Kleine Weinmeile“ dreier Wirte und die Initiative der Ringer, die erstmals mit Landmetzger Manfred Schäfer neben den 03ern den Marktplatz bewirteten. Dort gibt es am Montagvormittag auch wieder das beliebte Haxen-Essen.

Am Samstagabend traten vor der Marktplatzmetzgerei die drei ehemaligen Stadtprinzen Stefan Hook, Stefan Rinkleff und Roberto Troncone von der Mannheimer Karnevalsgesellschaft Feuerio mit Stimmungshits auf. Die Idee dazu hatte das „närrische“ ASV-Mitglied Helmut Freund. Mit Günter „Seppl“ Würzburger fand er einen Sponsoren. „Ich finde es cool“, sagte Besucher Poldi. „Super“, sagte auch sein Kumpel Andreas. „Wir sind sehr zufrieden“, zog Freund Bilanz. „Wenn das Wetter so bleibt, werden das ein paar gute Tage“, freute sich Dominik Halli (FV 03).

Jazz mit Heidelberger Duo

„Alles bestens bei uns“, erklärte Rainer Döringer („Backmulde“). Er, die Familie Sidiropoulos und Olaf Beermünder („Güldener Stern“) beteiligten sich als Wirte ebenso erfolgreich wie Fatih Göktas (Museumscafé „Antique“). Döringer fand, dass Ringer und Fußballer den Markplatz belebt hätten. Alle Plätze belegt, auch bei „Kreters kleiner Rose“: In der romantisch hergerichteten Färbergasse trat das Heidelberger Duo Lagerfeld mit eingedeutschten Jazzstandards auf.

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