Ladenburg

Ladenburg Benefiz-Kinderfest am Dschungel-Labyrinth im Hegehof-Maisfeld kommt tierisch gut an

Kinder löchern „Mammut-Jäger“ mit vielen Fragen

Ein wie echt wirkender Mammut-Jäger aus der Eiszeit hatte seine Zelte vor dem Maislabyrinth am Ladenburger Hegehof aufgeschlagen. Der bärtige Mann im Lederzeug scharte stets viele Kinder um sich. Doch auch Erwachsene hörten Rudolf Walter fasziniert zu, wie vor rund 14 000 Jahren Speerspitzen aus Bisonrippen oder steinzeitliche Harpunen für den Fischfang hergestellt wurden. Kein Zweifel: Der aus dem Fernsehen bekannte Ur- und Frühhistoriker aus Schelklingen weiß fast alles über das Leben in einer klimageschichtlichen Kälteperiode mit wenig Bäumen, viel Gras und noch viel mehr Tieren als in der späteren Waldphase unserer Breitengrade.

Urgeschichte hautnah

„Soll ich noch Feuer machen?“, fragt Walter, der sich in seiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit mit möglichen Bruchursachen knöcherner Nadeln aus der ausgehenden Altsteinzeit beschäftigt hatte. Das mit dem Feuer muss er die Mädchen und Jungen, die ihn zuvor mit Fragen zur Jagd auf Mammuts und Säbelzahntiger gelöchert hatten, nicht zweimal fragen. 2002 hat sich der von Haus aus gelernte Schreiner mit der Firma „Urgeschichte hautnah“ selbstständig gemacht. Er arbeitet unter anderem im Bereich der experimentellen Archäologie auch mit den Reiss-Engelhorn-Museen (rem) in Mannheim zusammen, die wiederum Kooperationspartner des Hegehofs sind. So orientiert sich auch das aktuelle „Phantastische Dschungel-Abenteuer“ im Mais-Irrgarten am aktuellen Museumsspaß „Einfach tierisch“.

Begegnung mit seltsamen Tieren

Die Hintergrundgeschichte, die sich Grafikerin Susanne Wierzimok aus Edingen-Neckarhausen für den Hegehof ausgedacht und kreativ umgesetzt hat: Zwischen lianenartigen Maispflanzen sucht der kleine James als jüngster Spross einer igelähnlichen Tierfamilie verzweifelt nach seiner Familie. Beim Durchstreifen des „Dschungels“ begegnet er wundersamen Tieren. Für die Labyrinth-Besucher gilt es, sieben versteckte Stationen zu finden. Das enträtselte Lösungswort bringt die Familie wieder zusammen. Dazu unterhielt beim Eröffnungsfest mit einem ermäßigten Einheitspreis das Huub Dutch-Duo alle mit witzigen Liedern. Kinderclownin Carmen Kwasny machte Klamauk für die jüngsten Besucher.

Eine Kutschfahrt durch die Felder der Umgebung gefällig? Die Neuzeilsheimer Nachbarfamilie Jürgen Herbert lud dazu ein. Außerdem gab es die Möglichkeit, auf Ponys vom Marbacher Hof (Großsachsen) zu reiten. Auch das Kinderschminken erfreute sich großer Beliebtheit. „Das ist der totale Renner, aber auch Mammutjäger Rudolf Walter kommt sehr gut an“, berichtet Programmmacherin Annette Ehleben erfreut. „Es könnte nicht besser laufen“, zeigte sich auch Hofchef Dieter Hege zufrieden mit dem diesjährigen Benefizfest zugunsten des „Waldpiraten“-Camps für krebskranke Kinder und deren Geschwister in Heidelberg. Der nächste Termin am Maisfeld: die Partynacht am Samstag, 28. Juli, mit den witzigen Soulköniginnen der „Schogettes“ aus Mannheim. pj