Ladenburg

Ladenburg „Rock at Church“ beim Altstadtfest soll an Höhepunkt der Hippie-Ära im Sommer vor 50 Jahren erinnern

Kirche sucht Woodstock-Jünger

Archivartikel

Noch bis 19. Mai sind Bands aufgerufen, sich für die 28. Auflage von „Rock At Church“ beim Altstadtfest in Ladenburg zu bewerben. Für die Freiluftkonzerte am Samstag, 14., und Sonntag, 15. September, hat sich das elfköpfige Organisationsteam in diesem für Musikfreunde besonderen Jahr auch etwas wirklich Besonderes einfallen lassen: Weil vor 50 Jahren das „Woodstock“-Festival in die Pop- und Rockgeschichte einging, soll jede am Ende ausgewählte Formation bei ihrem „Rock at Church“-Auftritt einen der legendären Songs von 1969 auf ihre Art zum Besten geben.

Das könnten Kultstücke wie „With A Little Help From My Friends“, „Freedom“, „Summertime“ oder „See Me, Feel Me“ sein, aber auch allerlei unbekanntere Nummern. „Ich war damals zwölf, als ich an meiner Internatsschule im Taunus Sagenhaftes über das Hippie-Festival für Love und Peace in Amerika hörte“, erinnert sich der 1957 geborene Diakon Thomas Pilz vom elfköpfigen Organisationsteam mit glänzenden Augen an das Jahr 1969, als Woodstock weltweit von sich reden machte.

Nur wenig später hing an der Wand seines damaligen Jugendzimmers ein Poster von Kultmusiker Jimi Hendrix, der bei diesem Festival aus Protest gegen den Vietnamkrieg die US-Nationalhymne „Star Spangled Banner“ auf seiner extrem verzerrten E-Gitarre wie Maschinengewehrfeuer klingen ließ.

Eintritt ist frei

„Zum Leidwesen meiner Eltern wollte ich auch so Gitarre spielen wie er“, berichtet Pilz, der Anfang der 70er Jahre auch noch viel längere Haare als heute trug. „Alles mit Gitarre war interessant“, weiß Pilz noch genau, wie sich der Spirit auf das Leben vieler auswirkte. Es sollte damals aber noch ein paar Jahre dauern, bis er im Wildparkstadion Karlsruhe unter anderem mit dem Latinrock-Genie Carlos Santana einen der Größten von „Woodstock“ selbst live erlebte.

Neben der Band Santana standen beim „Woodstock Music and Art Fair“ zwischen dem 15. und 18. August 1969 auf dem Land des Farmers Max Yasgur in Bethel (Bundesstaat New York) viele der damals angesagtesten Bands auf der Bühne: Neben Gitarrengott Jimi Hendrix traten unter anderem Folk-Ikone Joan Baez, Reibeisenstimme Joe Cocker, die umherziehenden Hippie-Helden Grateful Dead, Bluesrockgrößen wie Canned Heat, Bluesröhre Janis Joplin und die Brit-Rockgrößen von The Who auf.

Das Dreifach-Livealbum „Woodstock“ drehte sich noch bis weit in die 70er hinein auf den Plattentellern von Blues-, Folk- und Rockhörern. Auch wenn nur wenige Monate später im Dezember 1969 beim Altamont-Konzert der Rolling Stones der Hippie-Traum von Liebe und Frieden durch den gewaltsamen Tod eines Besuchers wie eine Seifenblase platzte und große Rockfestivals wie das von Monterey im „Summer of Love“ 1967 vorausgegangen waren: „Woodstock“ gilt heute vielen als so etwas wie die „Mutter aller Festivals“.

Wie letztendlich damals auch bei „Woodstock“, ist der Eintritt beim Benefizfestival „Rock at Church“ frei. Einnahmen erzielen rund 100 Helfer über die Bewirtung des Kirchengartens. Der Erlös dient stets guten Zwecken.

2018 spendeten die Macher jeweils 2500 Euro an eine Schule im peruanischen Olmos („Für ein besseres Leben durch Bildung“) und an die UN-Flüchtlingshilfe im Jemen. Außerdem profitierte das „Piratenschiff“-Projekt des evangelischen Anne-Frank-Kindergartens durch eine Zuwendung von „Rock at Church“. Dieses Jahr soll für den Mannheimer Hilfsverein „Freezone“ zugunsten von Straßenkindern und die örtliche Jugendarbeit gesammelt werden.

Info: Bewerbungen bis 19. Mail an bands@rockatchurch.de