Ladenburg

Ladenburg Zukunft des evangelischen Gemeindehauses unklar

Kirchenräte prüfen "in alle Richtungen"

Ihre Wohnungen im evangelischen Gemeindehaus in der Ladenburger Realschulstraße stellt die Kirchengemeinde solange der Stadt zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung, bis eine andere Verwendung für das Gebäude in Betracht kommt. In Frage kämen nach wie vor Abriss, Teilabriss, Verkauf und Umbau. Dies teilte Pfarrer Markus Wittig auf Anfrage des "Mannheimer Morgen" jetzt mit. Gegenüber dieser Zeitung hieß es im April vergangenen Jahres noch, dass die Asylsuchenden "voraussichtlich bis Ende 2016" ausziehen sollen. Doch nach der aktuellen Auskunft von Wittig gestalte sich ein mögliches Bauvorhaben auf dem jetzigen Grundstück des Gemeindehauses "unerwartet schwierig".

So sei zum Beispiel allein die Grundstücksaufteilung für zwei Gebäude wie etwa Wohnhaus zur Realschulstraße und Gemeindehaus als Neubau zur Kirche hin mit den notwendigen Abständen und den einzurichtenden Parkplätzen "äußerst schwierig". Daher prüfe der Kirchengemeinderat momentan noch einmal in alle Richtungen, darunter auch die Möglichkeit des Neubaus im Pfarrgarten. Dieser Planungsvariante standen bislang Bedenken seitens des Bodendenkmalschutzes entgegen.

Zur Erläuterung: Die evangelische Landeskirche in Baden rechnet mit einem starken Rückgang der Kirchenmitglieder in den kommenden 20 Jahren, was sich auf die Finanzausstattung der Gemeinden auswirken wird. Vor diesem Hintergrund gelten vielerorts die Gemeindehäuser als überdimensioniert.

Ursprünglich sollte das obendrein stark renovierungsbedürftige Ladenburger Luther-Haus Ende 2014 zum Teil abgerissen und zum Teil veräußert werden. Deshalb wurde den früheren Mietern im Oktober 2013 auf Oktober 2014 gekündigt. Doch die Pläne mit der Johannes-Diakonie, die hier eine Einrichtung für Behinderte schaffen wollte, scheiterten aus Platzmangel. So stellte die Kirchengemeinde die leerstehenden Wohnungen Ende 2015 der Stadt zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung.

Unterdessen nähert sich die Amtszeit Wittigs in Ladenburg ihrem Ende: Am Sonntag, 23. Juli, wird der Pfarrer im Gottesdienst um 18 Uhr offiziell verabschiedet. Er ist dann noch vier Wochen im Amt, bevor er am 1. September seine neue Stelle in Karlsruhe-Grötzingen antritt. Bereits am Mittwoch, 19. Juli, stellt sich Pfarrer David Reichert aus Heidelberg als aussichtsreicher Kandidat für Wittigs Nachfolge um 19 Uhr dem Wahlgottesdienst. Bei seiner öffentlichen Vorstellung Anfang des Monats hatte Reichert zum Thema Gemeindehaus gesagt, es möglichst bald zu einem guten Ende bringen zu wollen, dafür aber noch einiges an Geduld vonnöten sei. pj