Ladenburg

Ladenburg Ausnahmekünstler zu Gast in der Reihe „MorgenJazz“ / Rund 300 Besucher auf dem Marktplatz

Klänge von Timo Gross bringen Zuhörer in Bewegung

Archivartikel

Wenn überall auf dem Ladenburger Marktplatz blaue Sonnenschirme mit der Aufschrift Mannheimer Morgen aufgestellt sind, dann ist klar, es ist wieder MorgenJazz. Die Reihe ist längst bekannt dafür, dass sie immer wieder schillernde Persönlichkeiten auf die Bühne bringt. Mit Timo Gross ist dies wieder einmal eindrucksvoll gelungen, wie die Reaktion der rund 300 Besucher deutlich macht.

Der Ausnahmekünstler zeigt zusammen mit seinen Musikerkollegen Franz Eichberger und Patrick Pilarsci eine Bühnenpräsenz, die unvergleichlich ist. Ihn live auf der Bühne zu erleben, ist ein grandioser Genuss für die Ohren. Zu sehen, wie der Künstler mit seinen diversen Gitarren eine Einheit bildet, ist außergewöhnlich und absolut einmalig. Timo Gross spielt einen markigen Blues, entlockt seinen Instrumenten nicht nur die kernigen Töne, sondern überzeugt auch mit seiner kraftvoll rauen Stimme.

Die Timo Gross Band überzeugt die Zuhörer mit einem facettenreichen Repertoire und schickt mit jedem weiteren Lied eine geballte Ladung Energie ins Publikum. Bereits bei dem Stück „Sugar Mama“ klatschen die Gäste begeistert den Rhythmus mit. Mittlerweile haben sich auch die letzten Wolken verzogen und für die Neuankömmlinge bleiben nur noch die Sonnenplätze übrig. Die Sitzplätze unter den blauen Schirmen sind ausnahmslos belegt.

Das Trio spielt in perfekter Harmonie den Südstaatenblues, wobei jedem der drei Künstler Raum für eigene Kreativität bleibt. Kernig-fette Töne wechseln sich mit fast sanften ab, ohne dabei auch nur einen Hauch schnulzig zu klingen. Timo Gross spielt noch als Solo den Blues Klassiker „My Babe“ von Little Walter, bevor sich das Trio in die erste Pause verabschiedet, nicht jedoch ohne den dezenten Hinweis, dass sowohl CDs als auch – für Nostalgiker – Vinylschallplatten erworben werden könnten.

Im Publikum befinden sich viele eingefleischte MorgenJazz-Liebhaber, so auch Erwin Heckmann, der praktisch kein Konzert der Reihe verpasst. Viele Besucher sind aber auch ausdrücklich deshalb gekommen, weil sie Timo Gross und seine Band erleben und eine angenehme Atmosphäre bei freiem Eintritt genießen wollen.

Zwischen Soul und Blues

Nach der Pause geht es genauso kraftvoll und in unverändertem Tempo weiter. Der Marktplatz ist mittlerweile so gut gefüllt, dass sich Neuankömmlinge rund um den Brunnen platzieren oder sich mit einem Stehplatz zufrieden geben müssen. Timo Gross präsentiert dem Publikum die komplette Bandbreite seiner Bluesstimme und erntet dafür immer wieder spontanen Applaus. Nach „You don’t love me“ folgt mit „One of a kind“ ein eher souliges Stück, mit dem die Band aber ebenfalls überzeugt. Bei „Small Town“ holt Timo Gross alles aus seiner Gitarre heraus und entlockt ihr die unglaublichsten Töne.

Der Künstler startet die letzte Runde mit „Here comes the Blues“, ein Solo, bei dem er nur seine Konzertgitarre einsetzt und die Zuhörer zum Mitklatschen und Mitsingen auffordert. Die Gäste kommen dieser Bitte auch nur allzu gerne nach. Einige tanzen sogar, die Stimmung wird immer ausgelassener, zumal die Band noch einmal an Tempo zulegt. Mit „I thank you“ verabschiedet sich das Trio, wird aber natürlich nicht ohne Zugabe entlassen. Timo Gross gibt den Bad Boy und zeigt, dass er sogar noch mit einer Zigarette zwischen den Lippen singen kann.

Info: Fotostrecke: morgenweb.de/ladenburg

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