Ladenburg

Ladenburg Versuchsballon „Kulturwerkstatt am Sägewerk“ steigt sofort steil nach oben / Premiere vor vollem Haus begeistert

„Klasse Veranstaltung in einer klasse Location“

Archivartikel

Die neue, fünfteilige Veranstaltungsreihe in der „Kulturwerkstatt am Sägewerk“ gilt ihren beiden Machern Arno Folger und Joachim Junghans ja als Versuchsballon. Dieser ist bei seinem Erstflug am Freitag sofort steil nach oben gestiegen, um ihm Bild zu bleiben. Der große Erfolg der Premiere im neuen Betriebsgebäude der TMZ-Baugesellschaft im Gewerbegebiet des Ladenburger Stadtteils West bemisst sich daran: Volles Haus und begeisterte Resonanz auf hochgelungene Musikbeiträge.

Zum Gelingen des Programmstarts tragen maßgeblich psychedelisch gefärbte Rockklänge von The Greyhounds bei. Bei erstaunlich guter Akustik im beheizten Trockenlager und obendrein befeuert von der Vorfreude der Fans, läuft die sympathische Coverband zu Hochform auf. Ihr „Pink Floyd-Spezial“ widmen Ralf Bastian, Bernhard Walz, Mathias Weber und Michael Huber nicht nur schwerpunktmäßig jener legendären Rockgruppe aus England, sondern auch dem bedauerlichen letzten Abend Großbritanniens als EU-Mitglied. Mit Hammersongs von „Shine On You Crazy Diamond“ über „Time“ bis „Comfortably Numbed“ überzeugt das Neckarhausen-Ladenburger Quartett alle Fans von Pink Floyd. Und wer ist das nicht bei dieser Ü40-Party, die außerdem mit Hintergrundgeschichten zu ausgewählten Nummern und alten Krachern von Steppenwolf, Manfred Mann, Deep Purple und Rod Stewart aufwartet?

Biernachschub stockt zeitweise

„Das ist eine klasse Veranstaltung in einer klasse Location, und ich bin begeistert“, sagt Boris Zielinski, obwohl der Biernachschub vorübergehend stockt. Doch wegen Getränken ist der Hohensachsener Musiker der Band Sundrop nicht hier: Ihn interessiere in erster Linie die neue Örtlichkeit. Dort treten am 27. März Birgit Ric und Sabine Dietenberger mit „Chansons & More“ auf. Die Baugarage mit Bistrohauch gefällt auch Maren aus Weinheim: „Das hat Charme auf eine ganz einfache Art und Weise.“ Und die Liedauswahl sei gelungen. „Die Musik ist geil, und dass man die Musiker aus nächster Nähe beobachten kann, ist an dieser Location genauso toll wie der Mut der Veranstalter zum Abenteuer“, sagt Bernhard Schwoerer-Böhning (Ladenburg).

„Das bringt Leben in unser Gewerbegebiet“, findet Handwerksmeister Ekkehard Kurzbach. Dazu trägt auch Fabian Jaschutschik mit einem Kulturwerkstatt-Imbiss aus der benachbarten Cateringküche bei. „Ich mag Pink Floyd, und die Band macht das wirklich gut“, erklärt Annette aus Heidelberg, die ihren Musikgeschmack als „breit gefächert“ bezeichnet. Sie kennt den Gastgeber und ist „positiv überrascht“, was aus dem Raum geworden ist: „Das ist perfekt“, lobt Annette das Ambiente. Als „sehr gut“ empfindet sie, dass Eintritts- und Getränkepreise – zum Merken gibt’s aber persönliche Zechenzettel – auf Spenden beruhen: „Jeder kann sich ungezwungen entscheiden, was er gibt“, führt die Heidelbergerin aus.

„Es ist bedeutend schöner und toller, als ich gedacht habe“, freut sich Bauingenieur Folger als Hausherr und „Geburtstagskind“: „Ich hatte anfangs ein kribbliges Gefühl, ob das alles wird, und jetzt haben wir auf Anhieb die Hunderter-Marke an Zuschauern geknackt.“ Dass die Akustik gut sei, habe er auch schon gehört: „Das liegt wahrscheinlich an all den netten Leuten hier.“ Dass mancher Probleme hatte, die Halle zu finden, ist ihm ebenso aufgefallen. Folger kündigt an: „Die Beschilderung kommt noch.“

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