Ladenburg

Ladenburg Hauptversammlung endet mit weitreichenden Entscheidungen / Domizil muss aus sicherheitstechnischen Gründen weichen

Kleingärtner beschließen Abriss des Vereinsheims

Archivartikel

Das Vereinshaus der Ladenburger Kleingärtner am Heddesheimer Weg ist stark in die Jahre gekommen und befindet sich laut Statik-Gutachten in einem schlechten Zustand. Aus „sicherheitstechnischen Gründen“, so der Vorsitzende Uwe Breitbarth in der Hauptversammlung, soll es abgerissen werden. Dies beschlossen 52 Mitglieder im evangelischen Gemeindesaal bei drei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen. Wie Breitbarth zuvor ausgeführt hatte, habe der beauftragte Statiker festgestellt, dass eine Sanierung „wirtschaftlich nicht sinnvoll“ sei.

„Es soll in der Zukunft an dieser Stelle wieder etwas hinkommen, aber was, das ist noch offen, und es kann sein, dass wir ein bis zwei Jahre eine leere Fläche haben“, erklärte Breitbarth. Feste könnten in der anderen Vereinsanlage im Aufeld stattfinden. Es folgte eine längere Diskussion, auch über die Abrisskosten. Diese sollen nach Schätzung der Vorstandschaft auf der Basis des Angebots einer Fachfirma insgesamt rund 15 000 Euro betragen. Zur Finanzierung beschlossen die Mitglieder ebenso mit ganz überwiegender Mehrheit eine Mischung aus Umlage und Belastung der Vereinsrücklagen. Jedes der aktuell 196 Mitglieder wird demnächst vom neuen Kassenwart Markus Ott aufgefordert, mit einer einmaligen Zahlung von 50 Euro zu den Abrisskosten beizutragen, was in der Summe 9800 Euro ergeben würde.

Tagesordnung bekannt

Eine Frau gab zu bedenken, dass nicht alle Mitglieder und Unterpächter mit diesem Beschluss einverstanden sein könnten. Doch waren sich Breitbarths Führungsteam und andere Redner einig, dass die Tagesordnung der Hauptversammlung allen bekannt gewesen sei. Wer dennoch nicht erschienen sei, müsse nun mit dieser Entscheidung leben. Einige hielten eine andere Diskussion für wahrscheinlicher: Es geht um den möglichen Rückbau nicht genehmigter Bauten auf den Anlagen. Breitbarth pocht auf gesetzliche Vorgaben. Alle Gärten sollen „auf illegale Bauten überprüft“ werden. Auch was Empfehlungen des Landesverbands zum Brauchwasser auf den Anlagen betrifft, will Breitbarth sich und den Verein aus eventuellen Haftungsansprüchen heraushalten: Ein Formular zur Haftungsfreistellung sei deshalb von jedem Pächter zu unterzeichnen. Unter anderem vor dem Hintergrund des Berichts von Anlagenleiterin Manuela Rieder (Heddesheimer Weg) stellte Breitbarth neue Regelungen vor: Neupächter sollen früher in die Pflicht, alle Mitglieder zu mehr Mitwirkung angehalten werden.

„Wir haben viel vor: Lassen Sie uns gemeinsam an einem Strang ziehen“, appellierte Breitbarth, fühlte sich aber schon bei der Suche nach einem Nachfolger für den langjährigen Vizechef Roland Zeise hängengelassen: Das Amt blieb vakant. Zeise hörte viel Lob für ein Engagement. „Zu Recht“, fand Hagen Welk, der frühere Leiter der Anlage Weinheimer Weg. Deren 28 Gärten mussten bekanntlich Ende 2017 dem geplanten Baugebiet Neue Nordstadt weichen. „Die Stimmung war sehr betrübt“, sagte Welk. Die „Aufeld“-Anlage leitet künftig Michael Lier. pj