Ladenburg

Ladenburg Malerin und Poetin Gudrun Schön-Stoll eröffnet bei „Philipps Design“ Dauerausstellung „just lines“

Kunst zwischen Küchenmöbeln

Kunst und Küche: Das ist schon immer ein harmonisches Begriffspaar. Verbindet sich doch beides im Idealfall mit Kreativität. Eine sehenswerte Symbiose gehen derzeit in Ladenburg Bilder von Gudrun Schön-Stoll und Küchenmöbel ein: Die Malerin und Poetin aus der Römerstadt hat im „Showroom“ von Philipps Küchen & Bad Design eine neue Dauerausstellung eröffnet. Unter dem Titel „just lines“ zeigt sich Schön-Stoll als große Anhängerin des US-Malers Jackson Pollock, der als abstrakter Expressionist ab 1950 das Konzept des „Action Paintings“ begründete.

„Wir sind sehr stolz auf die langjährige Verbindung mit Gudrun Schön-Stoll“, sagte Juniorchefin Julia Philipps bei der Vernissage zum 45. Geburtstag des Hauses, das ihr Vater Michel Philipps führt. Dessen Frau Bärbel hatte eine Torte mit dem Konterfei der Künstlerin gebacken. Neben den weiteren Töchtern Stephanie und Claudia war auch Alexandra gerne aus ihrem Wohnort Heddesheim nach Hause gekommen, die „Miss Germany“ des Jahres 1999. Familienmops „Ole“ begrüßte rund 40 Besucher freudig.

„Diese Bilder erzeugen mit den Ausstellungsküchen eine Atmosphäre, die keinem verborgen bleibt“, zeigte sich Julia Philipps begeistert von der Kunst Schön-Stolls. Diese führte selbst in die Ausstellung ein und erklärte die von Pollock geschaffene Arbeitsweise des „Drippings“, also der getropften Malerei. Indem Lack in einem Abstand von 30 Zentimeter bis einen Meter auf den Maluntergrund getropft wurde, entstanden die jüngsten Arbeiten zu Schön-Stolls Lebensmotto „Erkenne das Glück“, das als Schriftzug auch ihr Atelier und Wohnhaus im früheren Lokal „Eule“ ziert. Beim Umbauen und Einrichten vor elf Jahren lernten sie und ihr Mann Christoph die Familie Philipps kennen.

„Es ist mir eine Riesenfreude, hier auszustellen“, sagte Schön-Stoll in ihrer Rede. Dass auch ihr, wie den Philipps’, die Familie viel bedeutet, belegte der Auftritt von Tochter Ira Stoll an der Geige. Mit ihrem inspiriertem Spiel zu einem elektronischen Beat, den ihr Freund Lars Ewert als Duopartner bei „Nelson’s Rose“ eigens für diesen Auftritt komponiert hatte, untermalte die Instrumentalistin den Vortrag eines lyrischen Textes ihrer Mutter. Diese „Gedankenreise“, so auch der Titel eines Bilds, verwob Schön-Stoll mit einem Bezug zur Ausstellung.

Immer sei nämlich der Gedanke, der auf allen Drippings als Form und komprimiert als roter Punkt zu sehen ist, der Auslöser für ihr Werk. Doch sind neben „Drippings“ auch geometrische Arbeiten aus früheren Werkphasen zu sehen. So ergebe sich ein Dialog aus Ruhe und Bewegung. Das Bild „Am seidenen Faden“ steht nach Auskunft der Künstlerin „für das Filigrane im Leben und dafür, wie schnell sich alles ändern kann“. Deshalb wohl gilt es für sie, im Hier und Jetzt das jeweilige Glück zu erkennen. pj