Ladenburg

Ladenburg Ökumenisches Konzert der Kirchenchöre begeistert rund 150 Zuhörer mit großer Vielfalt / Zwei Zugaben eingefordert

Kurtzahn schwärmt von Mönch-Orgel

„Musik zum Lob Gottes in vielfacher Ausdrucksform“: So hat Christian Kurtzahn das ökumenische Chorkonzert „Cantus iteratus – Singet dem Herrn“ zusammengefasst. Unter Kurtzahns Gesamtleitung traten „sein“ evangelischer und der katholische Kirchenchor gemeinsam vor rund 150 begeisterten Zuhörern in der Ladenburger St. Gallus-Kirche auf. Im Mittelpunkt von 17 Musikwerken stand das „Credo“ aus der „Misa Tango“ von Martin Palmeri: Argentinisch, rhythmisch und expressiv kam das Stück daher, und sogar stilecht mit Bandoneon-Instrumentierung.

Als Gesangssolistin glänzte Johanna Hingmann hingebungsvoll und mit warmer Tongebung. Ein weiterer Höhepunkt: das einzige Instrumentalwerk im Programm. Bei ihrer Improvisation über das meditative Glaubensbekenntnis „Wir glauben alle an einen Gott“ überraschten Kurtzahn an der mächtigen Mönch-Orgel und Saxofonist Tilman Engelhardt mit popmusikalischen Variationen.

Kurtzahn zeigte sich angetan von den klanglichen Möglichkeiten des Kircheninstruments von St. Gallus: „Es macht große Freude, auf dieser Orgel zu spielen, die in diesem Jahr 20 Jahre alt wird, und ich habe vor, im Juli darauf ein popmusikalisches Konzert zu geben.“

Besonderer Klangraum

Doch der Reihe nach: Zum Auftakt erklang das tiefbewegende „Laudate dominum“, bekannt aus dem Repertoire des internationalen ökumenischen Männerordens von Taizé in Frankreich und gesungen aus dem Kirchenschiff. „Wir haben den besonderen Klangraum der Gallus-Kirche mit seinem großen Nachhall genutzt zur sukzessiven Entwicklung eines sich allmählich aufbauenden Raumklangs“, erklärte Kurtzahn danach. Den traditionellen Messeteilen wie Kyrie, Gloria, Credo und Agnus Dei, die vornehmlich aus der zeitgenössischen „Missa in Jazz“ von Schindler stammten, fügte Kurtzahn Werke aus Klassik und Romantik sowie aus jüngeren Stilrichtungen wie Jazz, Tango und Pop hinzu.

Gerade die Messen der noch lebenden Komponisten Karl Jenkins, Peter Schindler und Martin Palmeri zeigten die „Zeitlosigkeit, Konstanz und Aktualität dieser musikalischen wie spirituellen Form“ auf, so Kurtzahn. Auch in den drei Motetten des Ungarn Gardonyi spiegele sich das christliche Bekenntnis. Der Popsong „Magic of Love“ betone die „universale Botschaft der Liebe“. Die Vielfalt der Stile und der gesungenen Sprachen (Lateinisch, Deutsch, Englisch und Fantasielaute) eröffneten dem Klangkörper ein „weites Wirkungsspektrum“, meinte Christian Kurtzahn). Evangelischer und katholischer Kirchenchor zusammengefasst zu einer klingenden Einheit, das entsprach dem ökumenischen Gedanken in hervorragender Weise.

Das Publikum sah es ebenso: Es spendete viel Beifall und forderte zwei Zugaben. Eine davon, „What A Wonderful World“, weitete den Blick auf die Schönheit der Schöpfung. Nicht nur für Christian Kurtzahn war dieses Konzert „ein besonderes Erlebnis“.