Ladenburg

Ladenburg 87 Abiturienten verlassen das Carl-Benz-Gymnasium / Bemerkenswerte Appelle des Jahrgangsbesten Finn Tillinger

„Lasst euch inspirieren, bevor ihr loslegt“

Zwischendurch musste Finn Tillinger einen Teil seiner Trophäen von der Bühne reichen: Nicht weniger als ein halbes Dutzend Auszeichnungen und Preise nahm der Jahrgangsbeste der diesjährigen 87 Abiturienten des Carl-Benz-Gymnasiums (CBG) Ladenburg entgegen. Doch schloss der in der Römerstadt lebende Tausendsassa nicht nur mit der Traumnote 1,0 und 886 von 900 möglichen Punkten ab. Vielmehr sammelte der Scheffel-Preisträger zusätzlich Sympathiepunkte mit seiner Rede bei der Abiturfeier am Samstagabend. Warb er doch in einem eindringlichen Appell voller jugendlichem Idealismus um „mehr Ehrfurcht vor dem Leben“.

Diesen Begriff prägte 1915 kein Geringerer als der Arzt, Philosoph, Theologe, Musiker und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer. Tillinger stellte sich in die Traditionslinie von Universalgelehrten sowie das Thema „Klimawandel und Umweltzerstörung als dringende Probleme der Menschheit“ in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Großer Beifall, als Tillinger zu bewussterem Umgang mit Ressourcen und Spenden für den Schutz des Amazonasregenwaldes, einer Klimaanlage der Erde, aufrief.

Humorvolle Ausführungen

Als Träger des Scheffel-Preises verknüpfte Tillinger eingangs seiner auch humorvollen Ausführungen den keineswegs schnurgeraden Lebensweg des Namensgebers jener Auszeichnung für den besten Deutsch-Absolventen mit seinem vielfach noch unentschlossenen Abiturjahrgang: „Lasst euch inspirieren, bevor ihr mit Studium oder Ausbildung loslegt – der Weg ist das Ziel.“ Seinen Preis widmete er den Deutschlehrern Gernot Tauchmann und Sigrid Reibert.

„Die Welt da draußen wartet schon auf Sie“, sagte CBG-Direktorin Hannelore Buchheister zu den Abgängern. In ihrer ersten Abiturrede an dieser Schule beschrieb sie klug die Herausforderung, einer neuen, nämlich digitalisierten, Welt „ein menschliches Gesicht zu geben“. Dass sie diesen Jahrgang mit dem Motto „Stark Wars – Abisode 2018“ auch dazu in der Lage sieht, ließ sie durchblicken: „Ja, sie waren stark, das hat mich sehr berührt und beeindruckt.“ So sei diese Stufe „über sich hinausgewachsen in ihrer Gemeinschaft zueinander, ihrem Zusammenhalt und ihren Freundschaften“, was weit über die Schulzeit hinaus erhalten bleiben werde. Mit einem Zitat aus der „Star Wars“-Kultfilmreihe („Erzähl’ mir nie, wie meine Chance stehen“) nahm Bürgermeister Stefan Schmutz witzig Bezug auf das Abi-Motto und ermunterte die jungen Leute damit zu Mut und „kritischem Geist“.

Die Zeugnisse überreichten die Tutoren Rainer Schajor, Ruben Brand, Anne Kriebel, Kerstin Petschl und Karen Anja Stephan. Ein weiterer Höhepunkt: zahlreiche Preisvergaben, die zeigen sollen, welche „große Leistungen vollbracht wurden“ (Buchheister), ohne das bestandene Abitur der anderen zu schmälern.

Dass das Musische am CBG großgeschrieben wird, belegten Beiträge des Musikneigungskurses von Manuel Jandl mit den Solisten Sophie Schmidt (Gesang) und Maximilian Sander (Percussion). Stufensprecherin Lina Werner wusste zu verdeutlichen, warum eine „einzigartige Stufe“ nun das CBG verlasse. Extralob hörte Günter Keller als CBG-Chef bis 2017. Elternsprecher Rolf Blasek würdigte unter Applaus das achtjährige Engagement seines scheidenden Beiratskollegen Ingo Preuß.