Ladenburg

Ladenburg Rainer Wiesler führt weiterhin die „Lopodunia“

Lückenlos seit 1916: 103. Generalconvent in Folge

Archivartikel

Die Hauptversammlungen der „Lopodunia“ unterscheiden sich längst kaum noch von denen anderer Vereine. Dabei war die traditionsreiche „Vereinigung Ehemaliger des Carl-Benz-Gymnasiums (CBG) Ladenburg und seiner Vorgängerschulen“ 1916 als Schülerverbindung aus der Taufe gehoben worden. So durfte der heutige Vorsitzende Rainer Wiesler immerhin „zum 103. Generalconvent in Folge“ begrüßen.

Als weitere kleine Erinnerung an die alten Tage ließen der ehemalige CBG-Lehrer und nur wenig mehr als 20 Mitglieder nach alter universitärer Sitte vor Beginn gesellig plaudernd das akademische Viertelstündchen verstreichen.

Ebenso Ehrensache für Wiesler, dass er eine Krawatte mit dem Lopodunia-Zirkel trug, den monogrammartig verschlungenen drei Anfangsbuchstaben des lateinischen Leitspruchs vivat, crescat, floreat (es lebe, blühe und gedeihe). Selbstverständlich erklang dieses Motto nach einigen Liedern auch zum Abschluss der jüngsten Zusammenkunft mit Rechenschaftsberichten und Neuwahlen, diesmal im Nebenzimmer des Jahnhalle-Lokals „El Greco“.

Von geselligen Ritualrelikten abgesehen: Die Gepflogenheiten einer Schülerverbindung mit ihren einst üblichen Kommersen und Kneipen im Stil einer studentischen Burschenschaft haben natürlich längst keinen Platz mehr im heutigen Vereinsleben der Lopodunia.

Während mehrerer Nachrufe wurden jedoch bei älteren Semestern wie beispielsweise dem Ehrenvorsitzenden Horst Müller sicher Erinnerungen wach: Mit Peter Engel, der in den 1950er Jahren noch zur Fechtabteilung des Vereins gehörte, sei in Ulm das letzte Ehrenmitglied verstorben, teilte Wiesler mit. Übrigens hatte jene Fechtgruppe einst der spätere „MM“-Redakteur Cornel Serr initiiert, der 1926 auch den Geschichtsverein Heimatbund mitbegründet hatte. In der Gegenwart unterstützen die Lopodunen, wie sich die Mitglieder nennen, den CBG-Förderverein und stiften jährlich einen Abiturpreis für außergewöhnliche schulische Engagements. Die faszinierende Plastik „Orbis Pictus“ des Künstlers Wolfram Kurzenberger, die den Schulhof ziert, hat die Lopodunia zum 125. CBG-Jubiläum 1988 gestiftet.

Wie es sich 2018 mit Ausgaben und Einnahmen verhielt, legte Kassier Helga Lemke dar. „Sie hat ihren Dienst gut getan: Für jede Buchung gab es einen Beleg, und wir können die Entlastung nur empfehlen“, sagte Karl-Martin Hoffmann als Kassenprüfer neben Meinhard Georg. Der übernahm in der Sitzung die Aufgabe des Wahlleiters.

Georg dankte dem Vorsitzenden vor dessen Wiederwahl: Wiesler habe die „Lopodunia in einer schwieriger werdenden Zeit auf einen guten Weg gebracht“. Neben Wiesler wurden auch dessen Stellvertreterin Jutta Überrein, Schatzmeisterin Lemke, Schriftführerin Christel Resch und als Besitzer Albert Amler, Claus Hessenthaler und Hilde Nerlinger-Roth einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Eine Bildershow ließ am Ende das 103. Vereinsjahr Revue passieren. pj