Ladenburg

Ladenburg Novembertermin bei „Flaneure & Flaneusen“ abgesagt / Fördergelder bis Herbst 2021 sicher

Macher zwischen Bangen und Zuversicht

Corona-bedingt muss das dritte Kapitel der Ladenburger Literaturspaziergänge unter dem Titel „Flaneure & Flaneusen“ entfallen: Die ehrenamtlichen Organisatoren haben den für Donnerstag, 26. November, vorgesehenen Lesungsrundgang mit Markus Orths („Picknick im Dunkeln“) abgesagt. „Jede Art der kulturellen Veranstaltung ist zurzeit seitens des Landes untersagt“, antwortet die Ladenburger Mitveranstalterin und Lyrikerin Carolin Callies auf Anfrage dieser Redaktion.

Dabei wird die Reihe im vielsagend „Kunst trotz Abstand“ getauften Impulsprogramm des Kunstministeriums Baden-Württemberg mit knapp 18 000 Euro gefördert. „Ich bin zwiegespalten“, sagt Callies und erklärt: „Einerseits denken wir, dass es ja gerade Grundgedanke dieser Reihe war, dank Funkmikrofon und - Kopfhörern im Freien Abstand halten zu können – egal, was noch passiert.“ Andererseits erlebe man derzeit eine dramatische Situation: Die Corona-Lage habe sich gegenüber dem Sommer, als die Mittel bewilligt wurden, deutlicher verschärft als erwartet.

„Überraschung bis Unverständnis“

Geteilter Meinung sind offenbar auch die Literaturfreunde: „Tatsächlich herrscht Überraschung bis Unverständnis, dass so ein Corona-konformes Format ausfallen muss“, sagt Callies nach Rücksprache mit Thomas Nestler, in dessen Buchhandlung am Rathaus sich weitere Teilnehmer anmelden wollten.

Da der Karlsruher Autor Orths bei den zweiten Ladenburger Literaturtagen 2018 mit seinem damaligen Roman „Max“ begeistert hatte, sind bereits 25 Karten verkauft. „Er ist vielen ein Begriff, und es wäre sicherlich ausverkauft gewesen“, glaubt Callies, dass man das im Oktober noch mögliche Teilnehmerlimit von 40 Personen erneut erreicht hätte. Immerhin müssen sich die Macher wohl keine Sorgen machen, etwas zurückzahlen zu müssen, wenn keine Veranstaltungen mehr stattfinden können: „Die Summe muss erst bis September 2021 ausgegeben sein, und das Land wird sich flexibel zeigen“, meint Callies.

Nachholtermine im Sommer?

Für den, allerdings noch nicht abgesagten, Dezember-Termin mit Ronya Othmann („Die Sommer“) ist sie „nicht sehr optimistisch“, obwohl die Berliner Autorin bereitstünde, da Lesungen wichtige Einnahmequellen seien. „Einen Hauch“ Zuversicht verspürt Callies für weitere Termine ab Ende Januar.

Falls alles verschoben werden müsse, gebe es die Idee, diese Lesungen bei dem für Anfang Juli geplanten Literaturfest „vielerorts“ nachzuholen. „Wir sind gespannt, wie weitere Regelungen aussehen“, sagt Callies in Namen des Teams.

Zum Thema