Ladenburg

Ladenburg Walter-Engel-Turnier eröffnet inoffiziell die Kerwe / 62 Gewichtheber aus der gesamten Republik zu Gast in der Römerstadt

Marktplatz und Benzpark werden zur Festmeile

Wenn ein ganzes Wochenende lang die historische Innenstadt rings um den Marktplatz zu einer Festmeile wird, dann ist Kerwe-Zeit. Jedes Jahr kommen viele Gäste aus dem gesamten Umland und in diesem Jahr konnte Vizebürgermeisterin Gudrun Ruster bei ihrer Begrüßung auch Gäste aus Rumänien begrüßen.

Das sommerliche Wetter mit seinen erträglichen Temperaturen brachte den Veranstaltern, den Straußwirtschaften um den Kerweplatz, den Gastronomen, die die Gäste mit kurpfälzischen Schmankerln und anderen Gaumenfreuden verwöhnten, wie auch den Schaustellern ein volles Haus und ließen die Kassen tüchtig klingeln.

Die offizielle Eröffnung gegen 15 Uhr mit dem traditionellen Kerwe-Kuchen-Anschnitt, gesponsert von Olaf Beermünder, dem künftigen Wirt vom Gasthaus zum „Güldenen Stern“, machte die Bürgermeisterstellvertreterin Gudrun Ruster mit SPD-Stadtrat Bernd Garbaczok. Gemeinsam mit Gemeinderäten schnitten sie die von der Bäckerei Riegler frisch gebackenen Kerwekuchen an und verteilten sie unter den Gästen.

Doch lange vor dem offiziellen Auftakt gab es für die Zuschauer vor der Lobgengau Halle ein echtes Highlight zu erleben, das Walter-Engel-Turnier. Um die 62 Gewichtsheber aus der gesamten Republik, darunter auch teilweise sehr zierliche Mädchen, waren gekommen. „Lara, Spannung halten“, rief der Trainer einer jungen schlanken Gewichtheberin zu und entließ sie auf die Matte. Insgesamt 30 Kilogramm Gewicht lagen vor ihr. Ihr gesamter Körper war angespannt, sie hob die Stange bis zu den Hüften und Sekunden später hielt sie die Gewichtsstange über ihrem Kopf, um sie dann mit einem Schwung wieder auf die Matte zu befördern.

Viel Technik erforderlich

„Nicht zu glauben, wenn ich daran denke, dass ich kaum meinen 20 Kilogramm schweren Koffer auf das Abfertigungsband im Flughafen heben konnte“, bemerkte voll Anerkennung eine Besucherin. „Dazu gehört nicht viel: Kraft, Technik und Oberschenkelspannung“, erläuterte der Abteilungsleiter Gewichtsheben Thomas Roß, der stolz darauf ist, dass der Verein neben Ringen auch Gewichtheben im Programm hat. „Das bieten nicht mehr viele Vereine an.“

Einer der ganz großen Favoriten an diesem Tag war Klaus Obergfell, der bei 40 Kilogramm Stoßen anfing, sich aber dann noch weiter steigerte. „Heute geht es nicht um Punkte und Wertungen, heute geht es nur um den Spaßfaktor“, bekräftigte er. Den Erstplatzierten winkten Medaillen, alle bekamen Urkunden.

Auf der Benz-Park-Wiese herrschte am späten Nachmittag schon reges Treiben. Die Tische waren aufgebaut und die ersten Partygäste hatten Platz genommen. Nachdem die Fußballer aus Mangel an freiwilligen Helfern die Bewirtung an den ASV abgetreten hatten, haben die Ringer die Bewirtung übernommen und sich gleich zwei weitere Partner ins Boot geholt: Karl Forschner vom Schützenhaus und das Café Antique. „Wir sind schon etwas im Stress“, sagte der Abteilungsleiter Ringen, Herbert Maier. Grund sei, dass seine Helfer direkt aus dem Trainingslager gekommen sind, um im Anschluss daran gleich den Bierausschank zu übernehmen.

Wünsche der Gäste erfüllt

Hier im Benzpark ging die Party gegen Abend so richtig los. DJ Timo am Samstagabend und sein Kollege am Sonntag, DJ Leon, drehten so richtig ihre Boxen auf und sorgten für eine Stimmung, der sich niemand entziehen konnte. Da waren sich die Gäste einig, dass ein DJ mehr auf die Wünsche des Publikums eingehen kann. „Eine Band spielt nur ihr Programm und das sind eigentlich immer die gleichen Songs, langweilig“, übte ein Gast seine Kritik. Beim Anbruch der Dunkelheit stand die Benz Garage in Licht getaucht, was so etwas wie Romantik ausstrahlte.

„Wir haben bis 24 Uhr die Konzession, doch wenn man dann noch weiter sitzen bleibt, wir schmeißen niemanden raus“, bescheinigte ein gut gelaunter Herbert Meier. Und so ließ man die Gäste, die gut in Stimmung waren, gewähren, bis das letzte Glas geleert war.