Ladenburg

Ladenburg Spannende Begegnungen, Spielabbruch und Polizeieinsatz nach Auseinandersetzungen bei Fußballturnier

MAS Mannheim gewinnt Integrations-Cup

„Fußball verbindet Menschen und Kulturen, unabhängig von Religionen“, sagte Cüneyt Turan, früherer Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde Ladenburg (TIG). Integration lebt vom Miteinander. Darum hatten der Jugendgemeinderat (JGR) der Stadt Ladenburg zusammen mit der TIG den Integrations-Cup ins Leben gerufen.

Der Cup ist ein Angebot der Türkischen Gemeinde und findet immer mehr Anklang. So wurde er am Sonntag zum zweiten Mal mit großem sportlichem Erfolg ausgespielt. Die Organisation war vorbildlich, der Zeitplan wurde weitgehend eingehalten.

Den Cup wollen die Turnier-Sprecher des JGR, Adnan Jema und Cüneyt Turan von der TIG, auch als Zeichen an die Stadt Ladenburg verstanden wissen, dass alle Kulturen zusammen gebracht werden können. Und so traten 16 Mannschaften im Kampf um den Turniersieg an. 15 weitere Teams standen auf der Warteliste. Integration ist also ein allseits als wichtig erachtetes Thema.

Apropos Kampf: Dank der Banden, die das Spielfeld begrenzten, waren die Begegnungen professioneller und interessanter als bei Feldern mit Außenlinien, aber auch schneller und anspruchsvoller. Vielleicht war das ja auch ein Grund dafür, dass das Team mit den ältesten Spielern wiederholt zu rüden Fouls griff. Einige Spieler des Taekwondo-Teams Erol aus Mannheim hebelten gerne einmal die Gegenspieler aus, spielten sie im wahrsten Sinne des Wortes an die Wand. Eine durchaus berechtigte Zwei-Minuten-Strafe ließ die Gemüter dann so hochkochen, dass der Schiedsrichter sich zum Spielabbruch genötigt sah. Aus dem Verhalten des Teams Erol resultierende kurze Tumulte auf der Tribüne konnten laut Veranstalter eingedämmt werden (siehe nebenstehenden Bericht).

Nach einer Pause zur Deeskalation wurden die Spiele fortgesetzt. Nicht, wie sich Turan wünschen würde, auf Kunstrasen in der Halle, aber, wie ihm Bürgermeister Stefan Schmutz schmunzelnd entgegnete, wenigstens auf einem grünen Boden. Spaß hatten die meisten Spieler beim Turnier, auch wenn ihre Mannschaften früher aus dem Wettbewerb ausgeschieden waren als vorgesehen. Das Turnier wurde als Freizeitturnier ausgeschrieben, Ligamannschaften sollten den Hobby-Kickern nicht die Freude am Spiel nehmen.

Eine nette sportliche Einlage war die Begegnung der E-Jugend-Mannschaften des LSV und des FV 03 Ladenburg, das die LSVler mit 5:3 gewannen. Durch dieses Match wurden auch schon die Kinder mit dem Thema Integration vertraut gemacht. Im Spiel um Platz 3 besiegte Team „Ayden Getränke“ die Mannschaft „Gegen gegen Test 1,2“ mit 8:6 nach Elfmeterschießen. Ddas Finale gewann „MAS Mannheim“ mit 4:1 gegen die „SuperKickers“.

2019 mit Martinsschule?

Im nächsten Jahr soll Integration um Inklusion ergänzt werden, indem zwei Teams der Martinsschule ebenfalls um Anerkennung ihrer Leistungen kämpfen. Vorausgesetzt, die Veranstalter können der Stadt ein schlüssiges Konzept vorlegen, wie sie künftig Ausschreitungen verhindern wollen. Abgesehen von den Tumulten am Rand war es jedoch ein tolles Turnier, wie die meisten Zuschauer und Spieler fanden. Sie lobten die Ausrichter um Jema und Turan.

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