Ladenburg

Ladenburg Nikolaus-Turnier an der Martinsschule gestern gestartet / Heute treten Eltern gegen Lehrer an

Matthias Schwöbel: „Auf dem Rollbrett sind alle gleich“

Bretter, die die Welt bedeuten, müssen nicht immer zu einer Schauspielbühne gehören. Denn auch auf Sportgeräten wie Rollbrettern spielt sich Spannendes ab. Vor 30 Jahren entwickelte ein Sportlehrer und Sonderschulpädagoge aus einem Therapiegerät für Kinder das inklusive Rollbrettballspiel an der Martinsschule in Ladenburg. Heute ist es längst eine begeistert gelebte Tradition an dem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum mit Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Auch die „Ehemalige“ Petra Schmidt kommt immer noch gerne zum Nikolaus-Turnier, das gestern begann und bis heute andauert.

„Rollbrettball ist etwas ganz Besonderes, weil auch Nichtbehinderte mitspielen und es damit gelebte Integration im Sport bedeutet“, erklärt die Rollstuhlfahrerin aus Mannheim-Schönau. Zwischen 1982 und 1994 besuchte sie die Martinsschule. Dort lernte Schmidt unter anderem, bäuchlings auf dem gepolsterten Rollbrett liegend einem Volleyball nachzujagen und diesen mit der Hand ins Tor zu befördern.

Dass dieses Jahr wieder 24 Teams am Start sind, belegt, wie viel Spaß das dynamische Ballspiel auf vier rundum drehbaren Rollen bereitet. Schmidt zählt ebenso zum „Ehemaligen“-Team wie Matthias Schwöbel, der bis 1996 Martinsschüler war und seinem früheren Sportlehrer Harald Ganter bis heute dankbar ist für die Erfindung von Rollbettball.

„Der Ehrgeiz, der alle packt, und die Freude, mit anderen gemeinsam einen Sport ausüben zu können“, sind für den Hemsbacher, der auch als Schiedsrichter aktiv mitwirkt, zeitlos attraktive Aspekte dieses Spiels: „Auf dem Rollbrett sind alle gleich“, sagt er. Deshalb gilt das Spiel längst als „Exportschlager“ an anderen Schulen. Der langjährige Turniermacher Hartmut Philipp war diesmal verhindert. Er erklärte bereits 2016, dass Rollbrettball sowohl für Topfitte eine Herausforderung sei, als auch Schwächere zum Zug kommen lasse. „Es ist bei diesem Sport hervorragend möglich, Berührungsängste abzubauen“, meint Anne Jakobi, die als Lehrerin der örtlichen Dalberg-Grundschule ihre teilnehmende Klasse 2b vom Spielfeldrand aus anfeuert. Zwar endet die Begegnung mit der Mannschaft „Torjäger“, einer Außenklasse der Martinsschule aus der Mannheimer Bertha-Hirsch-Schule, torlos. Dennoch ist die Begeisterung der Fans bei jeder Aktion auf dem Spielfeld riesengroß.

Am heutigen Donnerstag steht ein Klassiker an: das Match Eltern gegen Lehrer. Bürgermeister Stefan Schmutz wird erwartet. „Sie haben trainiert wie nie zuvor“, sieht Lehrerin und Coach Nicole Kailich Chancen für einen erneuten Sieg der Mütter und Väter. Schulleiter Steffen Funk dankt ihr sowie den Kollegen Tanja Iacubino und Helmut Bender zum Auftakt für die „super Organisation“. Mit einer Schweigeminute wird des kürzlich verstorbenen Martinsschul-Tormanns Louis Matter gedacht, der 2016 seine Begeisterung im „MM“ so ausgedrückt hatte: „Es ist für mich supertoll, wenn die Leute applaudieren.“ pj