Ladenburg

Ladenburg 22 Kandidaten treten mit vielen Ideen zur Wahl zum Jugendgemeinderat an

„Megges wäre mega-geil“

In der Woche vom 19. bis 23. November finden in Ladenburg die Wahlen zum Jugendgemeinderat (JGR) statt. Zur Wahl aufgerufen sind Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren, um Vertreter ihrer Interessen in den Rat zu Wählen. Alle in Frage kommenden jungen Menschen mit Wohnsitz in Ladenburg waren angeschrieben worden, sich aktiv sowie passiv, also als Kandidaten, an der Wahl zu beteiligen, berichtete Nico Alt vom Kreisjugendring Rhein-Neckar.

In einer seiner letzten Amtshandlungen begrüßte der Noch-Vorsitzende Marius Steigerwald 22 Kandidaten, die um die zwölf Plätze im Rat wetteifern. Als vor wenigen Wochen die Änderung der Satzung des JGR beschlossen wurde, standen gerade einmal sieben Kandidaten zur Wahl. Zu wenige, um die Wahl durchzuführen. Darum freuten sich Steigerwald sowie Bürgermeister Stefan Schmutz, dass jetzt ein echter „Wahlkampf“ anstehe. Und auch darüber, dass rund 50 Interessierte der Veranstaltung folgten.

„Wenn man Kandidat ist, ist man auch ziemlich aufgeregt“, stellte Bürgermeister Stefan Schmutz aus eigener Erfahrung klar. „Doch die Aufregung legt sich“, beruhigte er.

Als Marius Steigerwald das Mikrofon an Francesco Iacona, selbst schon zweimal Jugendgemeinderat, überreichte und dieser sich noch einmal vorstellte, spürte man bei vielen Kandidaten, dass deren Stresspegel deutlich sank. Iacona moderierte souverän die Vorstellung der Kandidaten. Mit gezielten Fragen nahm er den Druck von deren Schultern. Die meisten Schüler sind mit Ladenburg, so wie es ist, eigentlich ganz zufrieden. Natürlich gibt es Dinge, die in ihren Augen verbessert werden müssten.

Das Altstadtfest dürfe gerne schon am Freitag beginnen, um eine „stressige Woche“ ausklingen zu lassen. Außerdem reklamieren die Jugendlichen, dass das Festival-Wochenende an der Festwiese eher auf die ältere Generation ausgelegt sei und fordern daher eine „jugendgerechte“ Veranstaltung. „Mega-geil“ fände ein Kandidat einen „Megges“ in Ladenburg. Lieblingsplätze sind für viele: das Rathaus (wegen WLan!), der Wasserturm, die Neckarwiese oder die Skaterbahn.

Verbesserung erforderlich sei, so oft zu hören, dringend bei der Busverbindung in die Weststadt sowie bei Zeiten und Anbindungen nach Mannheim oder Heidelberg – weil in Ladenburg für Jugendliche zu wenig geboten ist. Keine oder kaum Treffpunkte, an denen man zusammen etwas unternehmen könne. Außerdem wünschen sich einige mehr und attraktive(re) Einrichtungen für Sportarten wie zum Beispiel Parcours oder Tischtennisplatten. Auch stören sich viele am unattraktiven Äußeren der Merian-Realschule (Beton-Bunker).

Während einige Kandidaten sich aufstellen ließen, um etwas zu bewegen, drückten andere konkret aus, was anzugehen sei. Die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung lobte Bürgermeister Schmutz, Matthias Schulz bestätigte dies für die Kooperation mit der SPD-Fraktion. Und vielleicht findet ja die Eine oder der Andere Gefallen an der Politik und bringt sich später auch im Gemeinderat ein. Ihr Vorteil jetzt, im JGR, besteht schließlich darin, dass Interessen unabhängig von parteilichen „Vorgaben“ verfolgt werden.