Ladenburg

Ladenburg Technischer Ausschuss befürwortet trotz fehlender Parkplätze Bauvoranfrage zum ehemaligen „Kristallfluss“-Standort

Mehrheit will Umgestaltung

Archivartikel

Die erste Hürde zur Umgestaltung des Hauses Kirchenstraße 33 ist genommen: Der Technische Ausschuss des Gemeinderats stimmte mit großer Mehrheit der entsprechenden Bauvoranfrage zu. Die Besitzerin möchte das Gebäude, in dem bis vor etwa einem Jahr das Einzelhandelsgeschäft „Kristallfluss“ untergebracht war, grundlegend umgestalten: In den Teil zur Kirchenstraße hin soll wieder ein Geschäft kommen, in den zur Metzgergasse zwei Wohneinheiten.

Baurechtsamt übernimmt Prüfung

Das Problem – wie so oft in der Altstadt: der Nachweis von Stellplätzen. Bereits in den Unterlagen für die Sitzung hatte die Verwaltung auf die Parkplatzproblematik hingewiesen. Sie empfahl, dem Projekt in den späteren Phasen des Verfahrens nur dann zuzustimmen, wenn die Antragstellerin nachweisen kann, dass die Unterbringung der notwendigen Stellplätze auf dem Grundstück nicht möglich ist. Die Prüfung übernimmt das beim Kreis angesiedelte Baurechtsamt. Allerdings nur dann, wenn die Stadt prinzipiell die baulichen Veränderungen genehmigt, was der Technische Ausschuss nun getan hat.

Dr. Peter Hilger (Freie Wähler) warnte davor, Parkplätze zu fordern, deren Schaffung unmöglich sei: „Dann gibt es keinen zusätzlichen Wohnraum in der Altstadt.“ Anders sah dies Steffen Salinger (SPD): „Wir sollten nicht vorschnell sagen, dass wir keine Chance auf Stellplätze haben.“ In einem Nachbargebäude werde nämlich das Erdgeschoss als Parkfläche genutzt. Wegen des alten Gewölbekellers sei dies aber im aktuellen Fall nicht möglich, erwiderte Bauamtsleiter André Rehmsmeier. Das gebe die Statik des Kellers nämlich nicht her.

Statt der Wohnraumfront eine Garageneinfahrt, das ist inakzeptabel für Dr. Hilger: „Das stelle ich mir grausam vor. Da ist der ganze Platz entwertet.“ Ein weiterer Einwand kam von Christian Vögele (CDU). Das Haus bestehe zu großen Teilen aus Holz. Und beim Einbau einer Garage gebe es deshalb Probleme mit dem Brandschutz.

Das Gebäude liegt nicht nur an prominenter Stelle, sondern hatte für Ladenburg eine beachtliche wirtschaftliche Bedeutung. Als „Kristallfluss“ im Frühjahr 2018 nach 20 Jahren seine Pforten schloss, war das denn auch ein Schock. „Einen solchen Kundenmagneten“ zu verlieren, sei ein herber Schlag für den Einzelhandel in der Altstadt, bedauerte damals BdS-Chef Christoph Ehry. Seither stand das Gebäude zum Verkauf.

Die Gründe für den Weggang konnten viele Ladenburger nicht so recht nachvollziehen. Hatte doch Geschäftsführer Benedikt Röser erläutert, dass die Aufgabe des Standorts weder mit den Umsätzen noch mit der Parkplatzsituation zu tun habe. Aber es gehöre zur Familientradition, die Firma alle zehn Jahre weiterzuentwickeln.