Ladenburg

Ladenburg Beim 56. Fischerfest krönt erstmals Bürgermeister Stefan Schmutz den „König“ / Heinz Matt trägt die Kette

Mit einem Zander zum Sieg

Ringkampf und Sportangeln: Das sind zentrale Elemente im Leben von Wolfgang Wiederhold und Patrick Sauer. Beide gehören zu den beiden traditionsreichen ASV-Klubs in Ladenburg: Beim Athletiksportverein organisierten sie am Wochenende das große Römercup-Turnier mit. Beim 56. Fischerfest des Angelsportvereins nahmen sie am Samstag Preise als „Prinzen“ entgegen. Die Fischerkönigswürde gebührte dagegen zum dritten Mal in seinem Anglerleben Heinz Matt, dem Chef der Gastgeber im Zelt auf der Festwiese.

„Es hat 20 Jahre gedauert, mich wieder einmal auf der Silberkette zu verewigen“, sagte Matt. Er hatte das Königsfischen am Neckar mit einem 82 Zentimeter langen Zander von 5750 Gramm Gewicht gewonnen. Die Prinzen waren mit Barben-Fängen erfolgreich. Ihren Vorjahrestitel der Jugendfischerkönigin verteidigte die elfjährige Merian-Realschülerin Emma Sieber mit einer Brasse. An 40 Fischerfesten hat Matt bereits mitgewirkt. Weiterhin finde ein Generationswechsel bei den Helfern statt, so der ASV-Chef. „Das Fischerfest stirbt also nicht“, stellte Matt unter Applaus fest. Für den großen Aufwand dankte Bürgermeister Stefan Schmutz, der erstmals persönlich den Fischerkönig kürte, allen rund 50 Aktiven. Die Sportangler hätten auch ein kritisches Auge auf die Artenvielfalt im Fluss. Diesbezüglich gebe es Luft nach oben. Hilfreich sei die Fischkinderstube in Edingen-Neckarhausen.

„Die große Resonanz auf das Fest spricht für die Qualität des Fisches“, so Schmutz. Nach Angaben der Veranstalter wurden rund 23 Zentner an Schuppentieren verspeist: Merlan und Seelachsfilets aus der Nordsee sowie Zander und Zanderfilets aus Kasachstan. Den ersten Ansturm gab’s beim Seniorenessen: 300 Gratisportionen servierten die Sportangler in Kooperation und Kostenteilung mit der Stadt Ladenburg den über 70-jährigen Einwohnern im Zelt. Schmutz, Rathausmitarbeiterin Birgit Haltrich und Stadträte begrüßten die Senioren.

„Das ist unser Beitrag zur Anerkennung der Lebensleistung Älterer“, sagte ASV-Vizechef Bernd Matt, der Bruder des diesjährigen Fischerkönigs und Vorsitzenden. Beide Matts hatten eigens Urlaub genommen, um alles zu bewältigen, Nachtwachen im Festzelt inklusive. Der Aufwand lohnte sich: Vor allem die Tische mit Neckarblick unter freiem Himmel waren begehrt. Für Musik sorgte diesmal Alleinunterhalter Stefan Schirmer aus dem Odenwald.

„Wir sind sehr zufrieden“

„Ich fand das Zanderfilet sehr gut, so saftig“, lobte Jessica Loch aus Bad Homburg ihr Mahl. Wenn die 24-Jährige ihre Mutter in Ladenburg zur Fischerfestzeit besucht, vergisst sie einmal gerne, dass sie sich pflanzlich ernährt. „Die machen sich sehr viel Arbeit mit den Fischen“, weiß Dieter Brannath als passives ASV-Mitglied, denn der bald 80-Jährige hat früher selbst mitangepackt. „Damals ging es noch drei und nicht nur zwei Tage lang“, sagte Hans Konrath, der einst die Tombola moderiert hatte. „Zum Leidwesen einiger Nachbarn“, räumte er bedauernd ein. Auch Ursel Lederer („Gebrannte Mandeln“) dachte in ihrem Wagen vor dem Zelt an alte Tage zurück: „Da war was los.“ ASV-Sprecherin Bianca Matt teilte am Sonntag mit: „Wir sind sehr zufrieden: Das Fest ist durchgehend gut besucht.“