Ladenburg

Ladenburg 26. Novembermarkt des Anne-Frank-Kindergartens lässt Groß und Klein zufrieden strahlen / Mehrere Benefizstände

Mit Kunsthandwerk „aktiv etwas Gutes bewirken“

Frei nach Loriot: Ein Leben ohne Novembermarkt ist möglich, aber sinnlos. Was der legendäre Humorist einst auf seinen Mops bezog, darf auch für den Kunsthandwerkbasar des Ladenburger Anne-Frank-Kindergartens gelten: Beim Umhören während der 26. Auflage ist zu erfahren, dass es sich offenbar um einen unverzichtbaren Termin handelt. „Seit zehn Jahren geht für mich die Vorweihnachtszeit los, wenn ich hier Adventskranz und Glühwein bekomme“, erklärt Gabriele Gilbert aus Laudenbach schmunzelnd eine persönliche Tradition.

„Es ist sehr schön“, bekräftigt Miriam Bozza aus dem Odenwald. „Man weiß, dass man hier was Geeignetes bekommt“, erklärt Tamara Holzhauser, als sie ihren Adventskranz abholt. „Optisch toll und lange haltbar“: Das schätzt die Ladenburgerin an den Kränzen von Inge und Karl-Heinz Drefs. Das Ehepaar gehört zum „Stammpersonal“ unter den Ausstellern. Seine Produkte sind rasch vergriffen. „Wir haben Kunden, die kommen schon seit bald 25 Jahren“, sagt Inge Drefs. Es gibt auch Benefizstände, die wohltätigen Zwecken dienen. Zum Beispiel hat Hannelore Mohr aus Laudenbach, die mit ihrem Mann beinahe schon von Anfang an dabei ist, ihre Verkaufserlöse lange Zeit Leprakranken in Bangladesch gespendet. Inzwischen führen ihre Tochter Manuela (Freiburg) und Enkelin Sophia (Pforzheim) Regie. Die jüngste studiert Schmuckdesign und präsentiert ihre Kollektion namens „schmucke sache“ erfolgreich. „Es ist sehr gemütlich“, genießt ihre Mutter Manuela die Atmosphäre. Großmutter Mohr freut sich über die gemeinsame Zeit: „In unserer Familie ist jeder künstlerisch tätig, und das macht mich glücklich“, sagt sie.

Gegenüber wählt Lilien Friedrich einen Anhänger aus: „Weil es funkelt und schön bunt ist“, erklärt sie. Am Stand von Iris Lehmann de Matheu erfährt die achtjährige Ladenburgerin, dass ihr Schmuckstück indigene Frauen im lateinamerikanischen Guatemala hergestellt haben. „Sie verdienen sich etwas dazu und ermöglichen ihren Kindern den Schulbesuch.“ Darauf achtet die mit einem Guatemalteken verheiratete Frau. Lehmann de Matheu unterstützt mit Sachspenden ebenso Schulen und Kitas. An diesem Nachmittag hilft ihr Christiane Petersen beim Verkaufen. „Ich habe Iris 2009 in Guatemala besucht: Das hat mich sehr beeindruckt“, sagt die Kindergartenmutter.

Auf Freundinnen kann sich auch Barbara Oswald verlassen: Ihre „Hilfe für Indien, die ankommt“ unterstützen Ulla, Susanne und Abeba handwerklich. Ina, die Nordseemuscheln aus Föhr verschönert, erklärt: „Ich will aktiv etwas Gutes bewirken.“ Bei Martina und Uwe Wick sowie Sonja und Walter Weiskopf läuft es „super“ mit Handarbeiten und Holzschnitzereien zugunsten von SOS-Kinderdörfern.

Kindergartenleiterin Angelika Gelle zeigt sich „superzufrieden“: Das Blinklichter-Theater begeistert kleine Besucher, die Großen genießen beim Punsch den Posaunenchor. Mitarbeiterin Monika Schulz erklärt: „Es ist ein beliebter Treff mit schöner Atmosphäre, den wir Erzieherinnen ohne Eltern nicht stemmen könnten.“

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