Ladenburg

Ladenburg Mais-Labyrinth auf dem Hegehof eröffnet am Samstag / Benefiz-Kinderfest am Sonntag

Mit rem-Museen Zeiträtsel knacken

Archivartikel

„Was ist Zeit?“ Das fragte der unvergessene Sänger Udo Jürgens 1980 in seinem Hit „Tausend Jahre sind ein Tag“. Dieses Lied ist noch vielen im Ohr, die damals die lehrreiche Zeichentrickserie „Es war einmal… der Mensch“ über die Entwicklung unserer Spezies verfolgt haben. All das spielt auch im diesjährigen Ladenburger Mais-Labyrinth eine Rolle. „Von Zeit zu Zeit“ lautet nämlich das Motto ab Samstag, 6. Juli. Und beim Kinderfest tags darauf begibt sich der Experimentalarchäologe Rudolf Walter mit Klein und Groß auf Spurensuche in die längst vergangene Ära der Steinzeitjäger.

Dass der aus dem Fernsehen bekannte Urzeitfachmann im Felldress wieder mitwirkt, ist der vor drei Jahren begründeten Kooperation des gastgebenden Hegehofs mit den Reiß-Engelhorn-Museen (rem) Mannheim zu verdanken. „Wir haben einfach dasselbe Zielpublikum“, erklärt Wilfried Rosendahl beim Pressegespräch vor der Eröffnung des Stauden-Irrgartens im ländlich gelegenen Stadtteil Neuzeilsheim zwischen Ladenburg und Heddesheim. Als Direktor für Archäologie und Weltkuren verantwortet er die rem-Familienausstellung „Alles mit der Zeit“, die noch bis September in Mannheim läuft. „Das Phänomen Zeit ist für Kinder oft nicht erklärbar: Es gibt keine Definition dafür, aber jeder muss damit zurecht kommen“, erklärt Rosendahl, der seinen Sohn Cédric als Experten mitgebracht hat.

Tickendes Uhrwerk

„Ich war schon oft im Mais-Labyrinth, und es gefällt mir gut“, sagt der Zehnjährige, der sich noch gut an den Aussichtsturm in Form einer Riesenspinne erinnert. Diesmal ist die zentrale Plattform mit Rutsche ein großes tickendes Uhrwerk mit Klängen berühmter Glocken wie „Big Ben“ in London. Dafür sorgt der Ladenburger Bernd Hebel als Digitaltechniker. Nach „Total genial“ (2017) und „Einfach tierisch“ (2018) ist „Von Zeit zu Zeit“ die dritte Kooperation zwischen Hegehof und rem. „Wir können gut miteinander und wollen das auch 2020 fortsetzen, wenn es bei uns zur Eiszeitsafari und zu Begegnungen mit Mammut und Co kommt“, sagt Rosendahl.

„Wir sind dankbar für diese wunderbare Zusammenarbeit“, freut sich auch Haus- und Hofherr Dieter Hege. Seine Eventmanagerin Annette Eheleben pflichtet Rosendahl bei, als der Professor die Hoffnung äußert: „Ich wünsche dem Hegehof 50 000 Besucher bis Oktober und dass danach jeder, der hier war, auch zu uns kommt.“ Denn wer im Mais-Labyrinth Spaß habe, der werde auch im Mannheimer rem auf seine Kosten kommen. Hintergrund: Die Gewinnspielstationen mit Rätselfragen im Labyrinth thematisieren Berufe, bei denen Zeit eine besondere Rolle spielt und die im rem vorgestellt werden: Feuerwehrleute, Fischer, Rennfahrer, Lehrer, Piloten und Zeitungsreporter. Auch für das Hegehofteam drängt die Zeit: „Nach der große Hitze gibt es viel Arbeit auf den Feldern“, erklärt Hege.

Mais mehr als mannshoch

Dank des aus landwirtschaftlicher Sicht wohlgeratenen Frühlings steht der Mais im Labyrinth hoch und überragt selbst Erwachsene. Hege-Mitarbeiter Marian Targosz hatte die Irrgänge in die dicht an dicht stehenden Stauden gemulcht. Das Labyrinth-Spiel ist jedoch erneut das Werk von Susanne Wierzimok von eswegrafik (Edingen-Neckarhausen). Wie alle Beteiligten freut sich auch die neue Mitorganisatorin Laura Keller auf das Benefizkinderfest am Sonntag von 11 bis 17 Uhr zugunsten des Waldpiratencamps für schwerkranke Kinder und deren Geschwister. Es gibt Live-Musik mit „Lily & Co.“, Ponyreiten, Schminken und Basteln mit Carmen Kwasny. Der Eintritt kostet an diesem Tag drei Euro für alle Besucher ab fünf. Neu im Angebot ist nach Auskunft von Annette Ehleben, dass für Geburtstagsfeiern im Mais-Labyrinth verschiedene Pakete zu buchen sind, die Kathrin Zimmermann mit Kinga Buchholz entworfen haben und sich auf der Internetseite (http://www.hegehof.de) unter „Erlebnisland“ finden lassen.