Ladenburg

Ladenburg Merian-Realschule entlässt feierlich 75 Absolventen / Neckarhäuserin Lea Lamadé Jahrgangsbeste

Nach Spiel-Ende geht es „intensiv weiter“

Bei der Entlassfeier der Merian-Realschule (MRS) in der Ladenburger Lobdengau-Halle lautete das Motto „Casino Royale“. Passend zu dem James Bond-Filmtitel hatte eine der drei zehnten Mittlere Reife-Klassen das musikalische Thema jener Filmreihe als Einzugsmelodie gewählt. Die Bläserklasse 10 des scheidenden Jahrgangs interpretierte außerdem den Agentenfilm-Song „Skyfall“ von Popstar Adele. Für 75 Jugendliche hieß es „Game Over“, also Spiel-Ende, wie auf der mit Assen und Würfeln geschmückten Bühne zu lesen stand und wie es bei Computerspielen oft zum Abschluss heißt.

„Fantastische Klassenlehrer“

„Ihr habe eine Station erreicht, aber es geht intensiv und manchmal stressig weiter“, sagte Joachim Kilburg. Der Vorsitzende des Elternbeirats forderte Eltern, Lehrer und „alle, die stolz auf Euch sind“, erfolgreich zu einem Extrabeifall im Stehen auf. „Das soll Euch zeigen: Ihr habt es geschafft“, erklärte Kilburg. Viele Schüler hätten ihm berichtet, dass sie diesen Erfolg so „fantastischen Klassenlehrern“ wie Stefan Wehner, Rolf Walter und Uwe Schäfer zu verdanken hätten. Das Trio bekam ebenso Sonderapplaus wie die Schulleitung, die Kilburg dafür lobte, dass sie den Schülern neben dem Unterricht „tolle praktische Erfahrungen und Einblicke in Berufsbilder“ ermöglichten.

„Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter Euch, aber Ihr habt die Herausforderung bestanden und könnt stolz sagen: Game Over“, nahm Bürgermeister Stefan Schmutz Bezug auf den Bühnenschmuck. Doch gelte für Abschlüsse dieselbe Weisheit wie im Fußball: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Welche Richtung nun die richtige sei, müsse jeder für sich selbst beantworten. „Lasst Euch bei der Wahl Eures Berufswegs von Euren Interessen und Talenten leiten“, empfahl Schmutz und stellte fest: „Selbstzweifel gehören dazu und nur ein dummer Mensch ist stets von sich selbst überzeugt.“ Angesichts zunehmender Vorbehalte gegenüber Minderheiten wünschte sich Schmutz, „dass Ihr Euch aktiv gegen eine rückwärtsgewandte Entwicklung einbringt.“

Sich selbst zwar „ernst, aber nicht zu wichtig zu nehmen“, das gab Schulleiterin Edeltrud Ditter-Stolz den Absolventen mit auf den Weg. Nur wer sich selbst ernst nehme, nehme auch andere ernst und frage sich immer wieder, ob etwas gut für ihn sei oder nicht. Dies bedeute jedoch nicht, immer ernst zu sein. „Vielmehr ist es wichtig, dass man locker bleiben über vieles lachen kann.“ Nina Montag und Jonas Werner erinnerten im Namen der Abgänger, augenzwinkernd „an das Gute und Schöne, was uns weitergebracht hat – Klassenfahrten und Ausflüge“. Doch ganz im Ernst habe man sechs Jahre lang das MRS-Motto gelebt: „Gemeinsamkeit macht Schule.“ Gleichwohl betonte Lehrer Wehner: „Jeder von Euch ist einzigartig und besonders.“ Sein Kollege Walter sagte: „Ihr könnt stolz sein, auf das Erreichte.“ Den Song des Abend steuerte der Stufenchor 10 um Musiklehrer Fabian Müller bei, nämlich „Zusammen“ von Fanta 4 und Clueso.