Ladenburg

Ladenburg Erfolgreiche Bicekuev-Brüder im Trikot der Römerstadt-Ringer des ASV

Nachbar entdeckt Talent

Archivartikel

Eines Tages nahm ein aufmerksamer Nachbar Tamirlan Bicekuev zum Training mit. So begann nicht nur die Sportkarriere des heute 21-jährigen Römerstadt-Ringers und Jugendtrainers, sondern auch die seiner beiden jüngeren Brüder Malik (17) und Aasim (12). Die drei sind trotz der großen Altersunterschiede in ihrer Freizeit und beim Ringen beinahe unzertrennlich. Und alle drei waren sie dieses Frühjahr bei Deutschen Meisterschaften (DM) erfolgreich am Start.

Dem 17-jährige Malik gelang in seinem ersten Jahr als Junior dieser Tage sogar das Kunststück, in der Männerklasse den dritten Platz zu erobern. Der Kampf um die Bronzemedaille im kleinen Finale gegen den vier Jahre älteren Westendorfer Markus Stechele verlief so spannend, dass es Angelika Bicekuev nicht mehr aushielt: Die Mutter der Jungs, die sonst immer leidenschaftlich am Mattenrand mitfiebert, verließ die Halle im saarländischen Riegelsberg vorzeitig. Umso mehr wurde nach Maliks Sieg der Pokal gefeiert, auch von Vater Zaul. Der Linienbusfahrer war in der früheren russischen Heimat selbst Ringer und begleitet den sportlichen Werdegang seiner Jungs seit den Anfängen bei KSC Friesenheim aktiv und mit Freude.

Stützen der Mannschaft

Der Zusammenhalt in der Familie ist eines der Erfolgsgeheimnisse des Trios im Trikot des Athletik-Sport-Vereins (ASV) Ladenburg. „Wenn die Mutter hinter dem Sport und der Vater an der Matte steht, ist schon viel gewonnen“, weiß ASV-Ringerchef Herbert Maier aus Erfahrung. So zählen Tamirlan und Malik Bicekuev zu den Stützen seines Ladenburger Aufsteigerteams um Coach Patrick Sauer, das ab September in der Regionalliga antritt. Größter Fan der beiden ist ihr zwölfjähriger Bruder Aasim, der bei den jüngsten DM der B-Jugend bereits Siebter wurde. Alle drei träumen von DM-Gold und internationalen Einsätzen.

In Frankenthal geboren

„Wenn das Wetter schön ist, gehen wir drei am Wochenende schon mal ins Schwimmbad oder spielen Fußball zusammen, aber im Mittelpunkt steht das Ringen“, sagt der Landesmeister und DM-Fünfte Tamirlan. Nachdem er schon bei den allerersten Trainingseinheiten gespürt hatte, dass ihm diese olympische Disziplin liegt, dauerte es nicht mehr lange, bis auch Malik Interesse zeigte. „Es hat mir gut gefallen und ich habe gleich gemerkt, dass es gut funktioniert“, berichtet der 2001 in Frankenthal geborene Schüler an der integrierten Gesamtschule seiner Heimatstadt. Dass es schulisch ordentlich läuft, darüber wachten die Eltern mit Argusaugen, versichert der älteste Bruder, der inzwischen eine Berufsausbildung in Mannheim absolviert.

Doch dem Ringen ordnen sie alles unter: Mindestens viermal die Woche wird trainiert, auch am Olympiastützpunkt in Schifferstadt. „Der Sport ist fast alles für uns: Das gehört für uns zum Leben, abends ins Training zu gehen“, sagt Tamirlan. „Ich weiß nach der Schule immer: Um sechs ist Training“, bekräftigt Malik, der Anfang 2019 aufgrund seiner Erfolge bei Meisterschaften und in der Oberliga im vergangenen Jahr zum Nachwuchssportler des Nordbadischen Ringerverbands gekürt wurde. Kürzlich habe ihn Nationaltrainer Marcel Ewald zum Kaderlehrgang in Moldawien eingeladen, verdeutlicht Maier, dass auch der Deutsche Ringerverband das Talent des Jugendlichen bereits „auf dem Schirm“ hat.