Ladenburg

Ladenburg Theaterinitiative probt mit Regisseurin Mirijam Kälberer und drei Neuen im Team

Neuanfang scheint geglückt

Archivartikel

Die Theaterinitiative (TiL) Ladenburg startet wieder voll durch: Nach einer kreativen Pause und dieses Jahr einmal ohne Aufführungen arbeitet das neuformierte Amateurensemble inzwischen bereits fleißig mit der ausgebildeten Theaterregisseurin und Theaterpädagogin Mirijam Kälberer aus Heidelberg zusammen. „Am wichtigsten ist mir, dass die Gruppe Spaß hat beim Proben und eine ansprechende Inszenierung auf die Bühne zu bringen“, sagt die vielbeschäftigte Künstlerin kurz vor der Probe in der Pflastermühle.

„Ich bin kein Fan von reiner Unterhaltung, sondern will auch eine Botschaft rüberbringen und habe deshalb einen Klassiker vorgeschlagen“, erklärt die im Landkreis Esslingen geborene Kälberer. Die Rede ist von Henrik Ibsens Drama „Nora oder Ein Puppenhaus“, das die TiL nicht nur mit neuer Spielleiterin, sondern auch mit drei neuen Ensemblemitgliedern einstudiert: Eva Ernst gehörte bereits zum Amateurensemble von Theater Oliv am Alten Messplatz der Quadratestadt.

Der Mannheimer Reinhard Goebels stand unter Regie von Kälberer schon bei der Heidelberger Theaterwerkstatt als „Peer Gynt“ auf der Bühne. Er ist auch als Online-Redakteur eines Musikszenemagazins und Rockmusiker bekannt. Die Ladenburgerin Martina Hietzker schnuppert dagegen als Darstellerin und dritte im Bunde der TiL-Neulinge erstmals Theaterluft.

Mit Susanne Beier, Dragan Maksimovic und Rainer Buchinger besetzen bekannte TiL-Gesichter weitere wichtige Rollen. „Mit diesem engagierten und überwiegend erfahrenen Team ist es fast so, als ob ich mit Profis arbeite“, antwortet Kälberer auf die Frage, welchen Eindruck sie seit Januar von der Truppe gewonnen hat. Kälber ist außerdem als leitende Theaterpädagogin bei den Schlossfestspielen Ettlingen tätig und leitet den Kurs „Theaterlabor“ an der Theaterwerkstatt Heidelberg. Zudem gibt sie Lehrerfortbildungen und unterstützt Inszenierungen schulischer Theater-AGs. Frühere Engagements führten sie unter anderem an die Stadttheater von Fürth und Heilbronn und zu den Nibelungen-Festspielen Worms.

Proben machen Spaß

Was ihr Theater bedeutet? „Alles“, antwortet Kälberer strahlend. Mit ganz anderen Brettern, die aber für ihn ebenso die Welt bedeuten, hat ihr Lebensgefährte zu tun: Er ist Zimmermann von Beruf. Mit Kälberer an ihrer Seite fühlt sich die TiL-Gruppe rundum wohl: „Mit ihr zu proben ist klasse und macht richtig Spaß, denn sie lässt uns viele Möglichkeiten und wir dürfen vieles ausprobieren“, erklärt Susanne Beier. Der Neuanfang sei gelungen.

Was die Zukunft der Til betreffe, so würden dringend helfende Hände gesucht. Wie berichtet, gaben zum 40. TiL-Jubiläum 2018 („Das Tagebuch der Anne Frank“) erfahrene Kräfte ihren Abschied von der Bühne bekannt. Bei der Vorbereitung des nächsten Stücks gab es Knatsch. Weitere Abgänge folgten, und Kälberers Vorgängerin Christine Heinzel orientierte sich „aufgrund unterschiedlicher künstlerischer Vorstellungen“ anderweitig.

Zum Thema