Ladenburg

Ladenburg Besorgte Bürger bitten Stadtverwaltung um Unterstützung / Abhilfe schwierig

Neubotzheim dient vielfach als Schleichweg

Die Anwohner des Ladenburger Stadtteils Neubotzheim leiden nach wie vor unter dem starken Fahrzeugverkehr in dem landwirtschaftlich geprägten Weiler. Der „Mannheimer Morgen“ berichtete bereits früher mehrfach darüber, dass die Heidelberger Straße, die durch die kleine Siedlung vor den Toren Dossenheims führt, nach Ansicht aller zehn Anwohnerfamilien zunehmend häufiger missbraucht wird, um aus der Südstadt schneller zur Autobahn 5 zu gelangen oder umgekehrt. Dies ist jedoch nicht erlaubt, auch wenn einige Navigationsgeräte diese Route dennoch ausweisen.

Wie mehrere Neubotzheimer dem „Mannheimer Morgen“ berichten, hat das „Verkehrsaufkommen drastisch zugenommen“. Auch die Stadtverwaltung habe man über die Probleme informiert und um Unterstützung gebeten. „Wir sehen eine erhebliche Gefahr nicht nur für uns Anwohner mit Kindern, sondern für alle Nutzer dieses Verkehrsweges“, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben aller zehn Hofstellen ans Rathaus, das dem „Mannheimer Morgen“ vorliegt. Die Anwohnerfamilien kritisieren unter anderem, dass das Anliegerschild „Zufahrt frei bis Neubotzheim“ ignoriert und obendrein mit überhöhter Geschwindigkeit durch die schmale Straße gefahren wird. Diese verfüge über keinen Gehweg, weise aber viele Schlaglöcher auf.

Auch im Gemeinderat ist man für das Thema sensibilisiert: „Der Verkehr in Neubotzheim ist ja Wahnsinn“, stellte beispielsweise Stadtrat Herbert Felbek in einer der jüngsten Sitzungen des Technischen Ausschusses (TA) kopfschüttelnd fest, als es um den Ausbau von Feldwegen ging. Ist denn Abhilfe in Sicht? Möglicherweise, so könnte man die Antwort von Stadtbaumeister André Rehmsmeier auf Anfrage dieser Zeitung vorsichtig zusammenfassen, denn das Problem ist komplex und teilweise hausgemacht. Immerhin: Das Thema war bereits Gegenstand der letzten Verkehrstagesfahrt mit der Verkehrsbehörde Rhein-Neckar, der Polizei und dem Straßenbauamt.

Zusätzliche Markierungen

„Seitens der Verkehrsbehörde des Landkreises wurde inzwischen die Genehmigung in Aussicht gestellt, dass zusätzliche Markierungen mit dem Hinweis auf das Tempolimit von 30 Stundenkilometer auf die Fahrbahn aufgebracht werden dürfen“, teilt Rehmsmeier ein schwaches Hoffnungszeichen mit. Man habe darum gebeten, weitere rechtlich umsetzbare Möglichkeiten für eine Lösung der Probleme „Nichtanliegerfahrten“ und Missachtung des Tempolimits herauszuarbeiten. Es ist, so darf spekuliert werden, nicht auszuschließen, dass erneut auch Polizei- und Geschwindigkeitskontrollen anstehen könnten.

Laut Rehmsmeiers Analyse handelt es sich jedoch „nicht nur um lästigen Durchgangsverkehr, sondern auch um Verkehr, der seinen Start oder sein Ziel in Neubotzheim hat“. Denn auch die Landwirtschaft mit ihren verschiedenen Angeboten wie Pensionstierhaltung, Hofläden und Blumenverkauf erzeuge sogenannten Ziel- und Quellverkehr „in nicht unerheblichem Ausmaß“. In baulichen Veränderungen durch Poller oder Schwellen, so genannten Einbauten, sehe die Straßenverkehrsbehörde keinen Lösungsansatz, erklärt Rehmsmeier. Dem stehe zum einen der Wunsch von Landwirten entgegen, mindestens vier Meter breite Wege zu haben, damit Maschinen gut durchkommen. Zum anderen sei dies aufgrund der Grabensituation auf der einen und der Besitzverhältnisse auf der anderen Straßenseite nur an wenigen Stellen möglich. Obendrein seien Schwenkbereiche für Grundstückszufahrten frei zu halten.

Man dürfe nicht vergessen, dass die Feldwege aus den sechziger Jahren nicht auf die heutigen Belastungen ausgelegt sind. Die Unterhaltung von landwirtschaftlichen Wegen sei ein Dauerthema, für das die Stadt im aktuellen Haushalt wie auch in den Vorjahren 30 000 Euro veranschlagt habe. Doch sei schwer abzuschätzen, welchen Anteil der Durchgangsverkehr an Schäden habe und welchen Anteil schwere Landmaschinen beitrügen.