Ladenburg

Ladenburg SPD-Fraktionschef Steffen Salinger will die Kapazitäten der öffentlichen Einrichtungen mit Blick auf das Wachstum der Bevölkerung erweitern

„Neue Sporthalle könnte 2021 stehen“

Archivartikel

Die Sommerpause gilt als Halbzeit des kommunalpolitischen Jahres. Eine gute Gelegenheit, Bilanz zu ziehen, einen Ausblick zu wagen und auf aktuelle Themen einzugehen. Steffen Salinger, der Sprecher der SPD-Fraktion, plädiert für den Bau einer neuen Ballsporthalle an einem noch nicht festgelegten Standort. Zudem lobt er die Arbeitsweise von Bürgermeiser Stefan Schmutz und die Kooperation mit den anderen Fraktionen.

Herr Salinger, wie lautet die Zwischenbilanz der SPD-Fraktion?

Steffen Salinger: Sie ist gut, sie könnte aber noch besser sein. Gut: Das Baugebiet Nordstadt / Kurzgewann ist auf den Weg gebracht, was der SPD seit 2013 ein Anliegen war. Wir konnten dabei viele unserer Anregungen und Wünsche realisieren, zum Beispiel, dass es ein Wohngebiet für alle wird, das ökologisch zukunftsorientiert ist und ein Stück „Ladenburg“ sein soll. Auch die Forderung nach einem Platzwart im Römerstadion ist erfüllt, und die ersten Erfahrungen sind gut. Wir haben aber Defizite in der Kleinkindbetreuung. Die heutige Situation wurde wohl von der Verwaltung unterschätzt und dem Gemeinderat entsprechend dargestellt. Dass die Sporthallensituation nicht verbessert wurde, stört uns auch.

Zum Thema Nordstadt: Gibt es einen bindenden Ratsbeschluss, Teile der gemeindeeigenen Flächen in Erbpacht zu vergeben? Bürgermeister Schmutz verneint das.

Salinger: Um dies richtig zu beantworten, muss ich etwas ausholen. Im Rahmen der Haushaltsberatung 2018 wurde einem Antrag zugestimmt, der lautete: in der mittelfristigen Finanzplanung sollen geringere Erlöse berücksichtigt werden, da nicht alle städtischen Grundstücke verkauft werden sollen. Somit könnten einige auch in Erbpacht vergeben werden. Zusammengefasst bedeutet dies, dass einerseits die mittelfristige Finanzplanung dies berücksichtig, andererseits gibt es keinen Beschluss über das endgültige Vorgehen. Meiner Meinung nach geschieht aber die Diskussion darüber in der falschen Reihenfolge. Wichtiger ist uns die Frage: Wie schaffen wir Wohnen für alle und einen erheblichen Anteil bezahlbaren Wohnraums? Erst wenn die Grundlage klar ist, macht es Sinn, sich auf den Weg dahin festzulegen.

Die Hallenproblematik ist nach wie vor ungelöst. Was sagt die SPD dazu?

Salinger: Wir meinen, über eine weitere Sporthalle muss in diesem Jahr eine Entscheidung fallen. Die SPD favorisiert eine reine Ballsporthalle, eine Dreifeldhalle. So schafft man Kapazitäten für die Sportvereine und folglich auch neue Kapazitäten für die Kulturvereine in der Lobdengauhalle.

Wo soll die neue Halle hin?

Salinger: Verschiedene Standorte stehen zur Auswahl. Bei der Entscheidung darüber muss man unterschiedliche Fakten beleuchten: Verfügbarkeit eines Grundstücks, gute Zufahrt, ausreichend Parkmöglichkeiten und Berücksichtigung der möglichen Beeinträchtigung von Anwohnern. Für eine reine Ballsporthalle gehen wir von einem Investitionsbedarf von zwei bis 2,6 Millionen Euro aus. Aus meiner Sicht könnte die Halle 2021 stehen. Das ist auch in der Mittelfristigen Finanzplanung so abgebildet. Die Diskussion über die Sporthallenkapazitäten ist schon sehr alt, doch jetzt, angesichts des bevorstehenden Bevölkerungszuwachses, muss die Frage ganz anders beantwortet werden. Dies trifft auch auf weitere strukturelle Maßnahmen zu, wie zum Beispiel die Kinderbetreuung.

Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und den anderen Fraktionen?

Salinger: Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Gemeinderat sehe ich als konstruktiv an. Sie hat sich mit Stefan Schmutz auch verändert: Die Wege zur Entscheidungsfindung sind verkürzt. Die Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen ist aus meiner Sicht problemlos. Der politische Konflikt gehört aber auch dazu.

Wie will sich die SPD-Fraktion mit Blick auf die Kommunalwahl profilieren?

Salinger: Die SPD-Fraktion hat sich profiliert über ihre politische Arbeit und ihre Persönlichkeiten. Das möchten wir bis zur Wahl so fortsetzen.

Treten alle Gemeinderäte an?

Salinger: Nein, Ilse Schummer wird nicht mehr antreten. Wir bedauern dies sehr, weil wir ein sehr kompetentes, erfahrenes und von der Bürgerschaft sehr geschätztes Mitglied verlieren. Alle anderen werden sich erneut bewerben.

Streben Sie den Fraktionsvorsitz an?

Salinger: Zunächst muss der Wähler entscheiden, indem er unserer Liste und auch mir das Vertrauen ausspricht. Dann wird die neue Fraktion dieses Amt wieder bestmöglich besetzen.

Weshalb haben Sie sich als Hintergrund für unser Foto den Gockelsmarkt ausgewählt?

Salinger: Weil hier auf künstlerische Art und Weise ein wesentlicher Teil der Stadtgeschichte abgebildet wird.