Ladenburg

Ladenburg Karl Düll feiert heute 80. Geburtstag

Nostalgie-Botschafter genießt „schöne Zeit“

Archivartikel

Auch wenn Karl Düll am heutigen Freitag, 8. Juni, bereits seinen 80. Geburtstags feiert: „Das eine oder andere Tänzel mache ich noch mit“, sagt der Chef der Nostalgiegruppe des Tanz-Sport-Clubs (TSC) Blau-Silber zufrieden lächelnd. Er ist auch weiterhin deren Trainer – und das schon seit 30 Jahren. „Aber alles kann ich nicht mehr machen“, gesteht Düll. Nach überstandenem Klinikaufenthalt geht es ihm jedoch wieder gut. Und heute zwischen 11 und 14 Uhr lädt Düll alle Gratulanten zum Sektempfang in den „Würzburger Hof“ ein.

Dass „ihre“ Nostalgietänzer morgen beim Jubelfest „150 Jahre Kurhaus-Kolonnaden“ in Baden-Baden auftreten, erfüllt Düll ebenso wie Ehefrau Doris mit Stolz. Ab 1988 verbrachten die vor 58 Jahren Getrauten „halbe Nächte in der Küche“, um beim wöchentlichen Training neue Tänze zeigen zu können. Düll hat sich anhand von Büchern und Videokassetten alles selbst beigebracht. Nur zweimal habe ein Lehrer aus Backnang „Nachhilfe“ für historische Tänze gegeben. Inzwischen hat die Gruppe 50 Tänze im Repertoire, blickt seit der Premiere beim TSC-Frühlingsball 1989 auf 300 Auftritte zurück und gilt als „Biedermeier-Botschafter der Römerstadt“ unter anderem bei Epochenfesten im schweizerischen Heiden und im bayerischen Bad Steben.

„Wir hätten nie gedacht, das uns einmal sogar Baden-Baden anfordern würde“, freut sich die „Dülle Dor’“, wie die waschechte Ladenburgerin aus der Färbergasse bei Bekannten heißt. „Es war eine schöne Zeit, die uns viel gebracht hat“, sagt Düll. Zwar bekomme er inzwischen „schon gezeigt, dass man nicht mehr bei den Jüngsten ist, aber ich kann besser schlafen und habe mehr Appetit als früher“. Der Nostalgietanz ist nicht das einzige Hobby des gebürtigen Mannheimers, der mit sechs nach Ladenburg kam: Sein Herz schlägt auch für Kakteen und Sukkulenten sowie fürs Schnitzen. Das handwerkliche Talent des Vaters von Karin Hoss und Jürgen Düll schlägt bei Enkel Andreas durch: Der junge Feinwerkmechaniker besucht die Meisterschule und berichtet mit Vorliebe als Erstes den Großeltern über glänzende Noten. pj