Ladenburg

Ladenburg Hauptversammlung bei SPD-Ortsverein / Schriftführerin Jung verließ die Partei

Nur ein Austritt wegen „Groko“

Archivartikel

Der SPD-Ortsverein Ladenburg hat im Nebenzimmer des Jahnhalle-Lokals „El Greco“ seine jährliche Hauptversammlung abgehalten. Vorsitzender Gerhard Kleinböck, zugleich Landtagsabgeordneter, begrüßte neben Altbürgermeister Rainer Ziegler auch zwei Neumitglieder besonders. Mit dem 57-jährigen Informatiker und aktiven Tierschützer Ralf Gember übernahm einer der beiden spontan den Posten des Schriftführers. Damit half er der Vorstandschaft aus der Klemme. Denn im Vorfeld war es trotz „redlicher Bemühungen“ nicht gelungen, einen Nachfolger für die bisherige Amtsinhaberin Heike Jung zu finden. Diese ist aus Protest gegen den Eintritt der Bundes-SPD in eine Große Koalition (Groko) mit der CDU aus der Partei ausgetreten.

Ihre weiteren bisherigen Aufgaben als Mitgliederbeauftragte übernimmt Pressewart Jürgen Scheuermann zusätzlich. Über seine einstimmige Wiederwahl zum Vizechef freute sich Matthias Schulz. Auch Kassier Johannes Zech, der nach seinem Bericht auf Vorschlag von Kassenprüfer Carsten Lutz ebenso entlastet wurde wie das gesamte Führungsteam, wurde im Amt bestätigt.

Neben den bewährten Beisitzern Gabi Ramm, Michael Grether und Uta Zahner ließ sich mit Güven Yörükman ein neues Gesicht in das Gremium wählen. Schließlich galt es in ebenso geheimen Wahlen die Delegierten zu bestimmen, die die SPD-Kandidaten zur Europawahl 2018 mitnominieren. Dies sind Kleinböck, Schulz, Barbara Scholz und Manfred Ramm. Zuvor ließ Kleinböck das vergangene Jahr Revue passieren. Die Kommunalwahlen 2019 werfen bereits Schatten voraus: Das erste Treffen mit potentiellen SPD-Kandidaten fand kürzlich statt. Beifall hörte Beisitzer Grether dafür, dass er den SPD-Beitrag zum Sommerferienprogramm der Stadt, nämlich „Kochen mit Kindern“, nicht nur organisiert, sondern auch finanziert.

40 Jahre Mitglied

Für jeweils 40-jährige Treue zeichnete Kleinböck die Mitglieder Liesl Voermann und Manfred Ramm aus. Ramm bedankte sich und führte aus: „Es war mir immer ein Vergnügen, mit Euch die Jahre zu verbringen, und ich habe keinen Tag bereut, aber es gab auch keinen, an dem ich mit meiner Partei hundertprozentig einverstanden war“. Denn wo die SPD früher eine Friedenspartei gewesen sei, nicke die Bundestagsfraktion heute jeden Einsatz der Bundeswehr ab und es würden ohne Ende Waffen exportiert. „Das tut mir als altem Friedensbewegtem weh, und ich hoffe, dass sich das wieder ändert“, erklärt Ramm unter Beifall. AWO-Chefin Liesl Voermann erinnerte an ihren Eintritt 1978: „Damals hieß es, dass es selbstverständlich sei, gleichzeitig AWO-Mitglied zu werden.“ Dies sei leider offenbar nicht mehr so. Doch freue sie sich über jeden, der ehrenamtlich helfen wolle, ohne AWO-Mitglied zu sein. pj