Ladenburg

Ladenburg Entwurf des Lärmaktionsplans liegt im Rathaus aus

Nur teuer oder auch wirkungsvoll?

Archivartikel

Der Lärmaktionsplan der Stadt Ladenburg ist nach beinahe fünf Jahren erstmals fortzuschreiben. Den Entwurf eines Fachbüros stellte Stadtbaumeister André Rehmsmeier in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vor. Die auf Basis errechneter Immissionswerte erstellten Lärmkarten mit Erläuterungen liegen nun im Rathaus öffentlich aus. Der 2015 aufgestellte Lärmaktionsplan gilt als Planungsinstrument, um bei der Kreisbehörde Maßnahmen wie zum Beispiel Tempo-30-Zonen zur Minderung von Lärm zu beantragen.

Dies gelang in Ladenburg bereits mit der nächtlichen Begrenzung der Fahrgeschwindigkeit in der Wallstadter Straße. Ob dort ein Effekt messbar sei, wollte Max Keller (Bündnis 90/Die Grünen) wissen. „Nein“, sagte Rehmsmeier. Man habe auch noch keine Rückmeldung von Anwohnern erhalten. Als kurzfristige Maßnahme zur Lärmminderung am Tag und in der Nacht werden auf Basis der geplanten Fortschreibung für Teilstücke von Schriesheimer Straße, Benzstraße, Wallstadter Straße und Neckarstraße weitergehende Tempolimits geprüft.

Nach wie vor „skeptisch“ sieht Wolfgang Luppe (FDP) den Lärmaktionsplan. Dieser sei eine „teure Argumentationshilfe“. Man wisse doch auch so, wo es laut sei. „Wir haben es anfangs auch kritisch gesehen, finden aber, dass der Lärmaktionsplan zu positiven Effekten führt“, sagte Steffen Salinger (SPD).

„Schikane“ bringt nichts

Er regte an, den Maßnahmenplan um Nord- und Weststadt zu erweitern. Die bauliche „Schikane“ am neuen Nordstadtkreisel bewirke nämlich keine Tempominderung. „Die kann man mit 70 km/h nehmen“, sagte Salinger.

Ilse Schummer (SPD) erinnerte daran, dass man von Vielfahrern gelinde gesagt als „naiv“ belächelt worden sei, als man beim ersten Lärmaktionsplan 2015 ein Tempolimit für stark befahrene Straßen wie die Benzstraße angedacht habe. pj