Ladenburg

Ladenburg Revierleiter stellt in der Ratssitzung die Kriminalstatistik 2018 vor / Rückgang der Straftaten um 3,6 Prozent / Trendwende bei Wohnungseinbrüchen?

Oechsler: „Die Fallzahlen sinken 2019“

Archivartikel

Meist gute Nachrichten verkündete Peter Oechsler, der Leiter des Polizeireviers Ladenburg, bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik im Gemeinderat der Römerstadt. So ist die Zahl der Straftaten um 3,6 Prozent gesunken, ohne Verstöße gegen das Ausländerrecht um 3,8 Prozent, von 547 Straftaten in 2017 auf 526 in 2018. Die Aufklärungsquote ist allerdings ebenfalls gesunken – von 40,5 Prozent auf 38,4 Prozent. „Solange durch Ladenburg keine Straßenbahn fährt, wird die Aufklärungsquote gering bleiben“, meinte Oechsler: „Denn in den Großstädten treiben Schwarzfahrer die Quote hoch.“ Aber mit den 38,4 Prozent gebe er sich nicht zufrieden: „Da werden wir noch dran arbeiten.“

Dass es sich aber in Ladenburg sehr sicher lebt, zeigt die sogenannte Häufigkeitsziffer, die Anzahl der Straftaten auf 100 000 Einwohner. Für das Land Baden-Württemberg ist sie mit 5191 angegeben, für die Stadt Mannheim mit 10 818, für den Rhein-Neckar-Kreis mit 4392 und für die Stadt Ladenburg mit 4579 (2017: 4743). Hätte Ladenburg 100 000 Einwohner, würden 4579 davon Opfer eines Verbrechens, verdeutlichte der Revierchef.

Dann ging Peter Oechsler auf ausgewählte Delikte ein. Bei der Straßenkriminalität gab es einen Rückgang von 185 auf 169 Fälle (-8,6 Prozent). Einzeldelikte aus diesem Bereich: 86 Fahrraddiebstähle, fünf Mal Diebstahl aus Kraftfahrzeugen, 34 Sachbeschädigungen an Fahrzeugen und fünf Taschendiebstähle. Die Aufklärungsquote ist allerdings ebenfalls gesunken: von 13 auf 9,5 Prozent. „Da gehört auch etwas Glück dazu“, kommentierte Oechsler: „Zum Beispiel eine gute Täterbeschreibung.“

Höchst erfreulich: die Abnahme der Gewaltkriminalität um 42,9 Prozent. Eine Auswahl der Einzeldelikte. Wurden in 2017 noch drei Fälle von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung verzeichnet, so war es in 2018 einer, bei Raub/räuberische Erpressung halbierte sich die Fallzahl von zwei auf eins. Eine Halbierung auch bei den gefährlichen sowie schweren Körperverletzungen von 18 auf neun. Großartig: Die Aufklärungsquote beläuft sich auf glatte hundert Prozent!

Unschön dagegen: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist von acht auf 15 gestiegen, die Aufklärungsquote aber von 37,5 auf 6,7 Prozent gesunken. „Die Fallzahlen sinken in 2019“, ging Oechsler auf die aktuelle Entwicklung ein. Auch habe man Täter geschnappt, und in der Kriminalstatistik 2019 würden „richtig schöne Zahlen“ stehen. Ein Plus von 25 Prozent auch bei den Rauschgiftdelikten, von 24 auf 30 Fälle. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 93,3 Prozent. „Wir haben kein Alkoholproblem, wir haben ein Drogenproblem“, meinte der Revierleiter dazu.

Schließlich ging er auf die Tatverdächtigen ein. 2018 waren es insgesamt 193 (Vorjahr 194), davon 151 männlich (172) und 42 weiblich (22). Unter diesen Personen waren 135 Erwachsene (129), 58 Heranwachsende (65) und 30 Jugendliche (33). Zu den Verdächtigen zählten 58 Nichtdeutsche (69), darunter 13 Asylbewerber (22).

Zahlen gegen Ängste

Die Polizei, so Oechsler nehme gern kritische Anmerkungen entgegen, freue sich aber auch über nette Worte. Er dankte der Stadt für die gute Zusammenarbeit. Dieses Kompliment gab Bürgermeister Stefan Schmutz zurück. Lob kam auch aus den Fraktionen. Karola Schuhmann (CDU) findet es gut, dass den Angstgefühlen der Bevölkerung in der Kriminalstatistik Zahlen entgegengesetzt werden. Peter Hilger (FW) wollte wissen, wie viele der Verdächtigen auch verurteilt würden. Darüber habe er keine Statistik, erwiderte Oechsler. Aber es dürfte keine größeren Abweichungen zwischen den Zahlen geben.