Ladenburg

Ladenburg Besucher-Touren beim Museumsfest brachten 1100 Euro ein / Spende an das Kinderhospiz Sterntaler

Oldtimer-Fahrten kommen schwer kranken Kindern zugute

Sein cremefarbener Lack schimmert in der Sonne, die roten Lederpolster bilden einen aparten Kontrast: Der Mercedes 190 GL ist unter Autoliebhabern auch bekannt als „Nitribitt-Wagen“. War es die Faszination des legendären Callgirls, oder waren die Menschen einfach begeistert von dem Oldtimer – schwer zu sagen. Jedenfalls war der Wagen von Wolf-Dieter Burak beim diesjährigen Museumsfest eine Attraktion, und die Ladenburger spendeten gerne, um mit dem Oldtimer eine Runde zu drehen.

Noch zwei andere historische Autos waren an diesem Tag unterwegs: Wolfram von Müller fuhr einen „Offenen Tourenwagen“, der einst bei der Polizei Dienst tat, und Paul Giesen stellte sein dunkelgrün glänzendes, 1953 gebautes Mercedes-Cabrio zur Verfügung. „Wir waren von 11 bis 16 Uhr unterwegs“, berichtet der Vorsitzende des Mercedes-Benz-Veteranenclubs Rhein-Neckar (MVC).

Dann machte ein Regenguss dem Cabrio-Vergnügen ein Ende. Doch bis dahin hatte Giesens Frau Hildegard schon fleißig Spenden der Fahrgäste eingesammelt – mittlerweile ist der Programmpunkt beim Fest schon eine Tradition: Die Erlöse kommen regelmäßig sozialen Projekten zugute. Erstmals hat der MVD jetzt das Mannheimer Kinderhospiz Sterntaler bedacht, dessen Geschäftsführerin Anja Hermann zur Übergabe der Spende ins Automuseum gekommen ist. Hausherr Winfried Seidel freut sich über den Besuch, und nun fährt auch sein „Dreirad“ auf den Hof. Der knatternde Benz-Patent-Motorwagen drehte beim Fest ebenfalls seine Runden: Besucher konnten zusammen mit Fahrer Klaus Maier einen „Führerschein“ erwerben und spendeten ebenfalls eifrig. Am Ende brachten beide Aktionen genau 1100 Euro ein.

Geld für Aromatherapie

Giesen sagt: „Wir waren von der Arbeit des Kinderhospizes sehr beeindruckt.“ Die Einrichtung begleitet Kinder, die unter schweren Krankheiten leiden und unterstützt auch deren Eltern.

„Wir verwenden die Spende für die Aroma- und die tiergestützte Therapie“, erklärt Hermann. In der Aromatherapie kommen Öle zum Einsatz, die auf sanfte Weise Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Unruhe lindern, während in der tiergestützten Therapie einmal im Monat speziell geschulte Hunde zu den kleinen Patienten kommen. „Das bezahlen die Kassen nicht, deswegen können wir solche Angebote nur über Spenden finanzieren“, erklärt die Geschäftsführerin.

Giesen hat am Schluss noch eine gute Nachricht für sie: „Wir setzen die Aktion im kommenden Jahr fort. Dann aber nicht nur mit drei, sondern sogar mit fünf Fahrzeugen.“

Soweit es das „Nitribitt“-Fahrzeug angeht, gießt er allerdings etwas Wasser in den Wein: „Ein hellesAuto ist sie nur in den Verfilmungen gefahren. In Wahrheit war Rosemarie Nitribitts Carbrio schwarz.“ Was aber einem echten Auto-Enthusiasten kaum etwas ausmachen dürfte.

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