Ladenburg

Ladenburg Corelli-Ensemble begeistert beim Konzert in der Evangelischen Stadtkirche mit spielerischer Leichtigkeit / Hommage an verstorbenen Werner Brunst

Orchester verleiht Kompositionen Flügel

Werner Brunst hätte wahrlich seine Freude gehabt am Konzert des Corelli-Ensembles in der Evangelischen Stadtkirche: Nicht nur wegen des grandiosen Konzerts per se, sondern auch, weil es bekanntermaßen sein Ensemble ist, das der damalige Bratschist im Orchester des Mannheim Nationaltheaters im Jahre 1981 gründete. Und über die Würdigung hinaus: Werner Brunst wäre genau am Konzertsonntag 93 Jahre alt geworden. Seine Frau Waltraud Brunst hätte sicherlich gerne an der Würdigung seines Vermächtnisses persönlich teilgenommen, konnte jedoch aus gesundheitlichen Gründen das Konzert nicht besuchen.

Feste Kooperation entstanden

Zur Begrüßung vor dem Konzert überbrachte Monika Kulczinski Genesungswünsche, verbunden mit der Hoffnung, „dass wir Waltraud Brunst nächstes Jahr hier wieder persönlich begrüßen können“. Die Vorsitzende des Richard-Wagner-Verbandes in Mannheim hatte im Vorfeld des Konzertes noch mehr zu berichten: Aus der freundschaftlichen Verbundenheit des Verbandes mit dem Corelli-Ensemble und einer zweijährigen unterstützenden Zusammenarbeit ist dieses Jahr eine feste Kooperation mit der Stadt Ladenburg entstanden. Kulczinski, die sich mit dem Verband eher der Pflege und Wertschätzung der Musik Richard Wagners verpflichtet, nannte die Liebe zur Musik als Grundpfeiler für die Zusammenarbeit mit dem Corelli-Ensemble: „Wir lieben diese Musik einfach.“

Auch Ladenburgs Bürgermeister Stefan Schmutz lobte die Allianz, wie er im Anschluss an das Konzert sagte: „Wir sind glücklich über die Kooperation.“ Den großen Zuspruch verstehe er als Aufforderung, weiter zu machen. Auch für die Wiedereröffnung der Empore in der Evangelischen Stadtkirche dankte er, „wir müssen jetzt nicht mehr so eng sitzen“. Und sein Lob ging insbesondere auch an die Musiker des Corelli-Ensembles und „den großartigen Musikgenuss des Konzerts“.

Es könnte langsam zur Tradition werden, die Ladenburger Konzerte des Corelli-Ensembles mit einem „Concerto grosso“ von Händel zu eröffnen: Die für die Programmzusammenstellung Verantwortlichen, Dirigent Leo Krämer und erster Violinist Robert Frank, entschieden sich diesmal für das Konzert Nummer 10, das allerdings nur als ein ehemaliges „Concerto grosso“ angesehen und heute eigentlich als Oboenkonzert Nummer 3 gehandelt wird. Dirigent Krämer jedenfalls sah sich Komponist Händel verpflichtet und leitete mit einer Leichtigkeit und spielerischen Vielfalt das Orchester.

Hörerlebnis für das Publikum

Insbesondere beim ersten Allegro schien das Werk zu schweben, das der 20-jährige Händel 1705 zu Ende komponiert hatte – Jean-Jaques Goumaz verlieh dem Werk an der Oboe förmlich Flügel. Die Leichtigkeit nahm Krämer auch bei Telemanns Ouvertüre C-Dur mit, die in einer tänzerischen Vielfältigkeit, fast frühlingshaft beschwingt, zu einem erlesenen Hörerlebnis wurde. Die hölzerne Balustrade der Empore diente dabei als idealer Resonanzkörper, der die warmen und zarten Töne gefühlvoll in den Raum zurückwarf. Vielleicht war diese Leichtigkeit auch der Grund dafür, weshalb das elektronische Cembalo so gar nicht in den Raum passte: Es wirkte zu hart.

Bachs Konzert für Oboe und Violine entwickelte sich zum Höhepunkt des Konzertes mit Goumaz und Frank im Duett, deren Spiel sich in Achtsamkeit und gebotener Disziplin gemeinsam zu einem bemerkenswerten Klangkörper entwickelte, das gleichzeitig aber auch viel Freiraum für den anderen ließ.

Dass danach noch Mozarts Sinfonie Nummer 3 kommen sollte, war schwer vorstellbar, aber Krämer gelang auch diese Wende im Programm und bescherte dem Konzert mit dem musikalischen Kunststück ein bemerkenswertes Finale: „Das war’s“, sagte Dirigent Krämer nachdem der letzte Ton im Raum verklang, noch bevor der tosende Schlussapplaus losbrach. Das Orchester und Maestro Krämer belohnten das Publikum noch mit zwei weiteren Zugaben.

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