Ladenburg

Ladenburg Grüne werben mit Aktionen um Spenden / Blühstreifen der Bauern dienen als Nahrungsquellen für Insekten

Pflanzzeit: 2000 Knollen und Zwiebeln für Bienen in Ladenburg

Archivartikel

Sie heißen beispielsweise Winterling, Seerosen-Tulpe oder Traubenhyazinthe. Weil sie zu den ersten Frühlingsboten gehören, gelten sie als wichtige Nahrungsquellen – unter anderem für die vom Aussterben bedrohten Wildbienen. Rund 2000 Zwiebeln und Knollen dieser Frühblüher sind am Samstag bei einer Pflanzaktion in Ladenburg in die Erde gekommen. Im Hochbeet vor der Stadtbibliothek und auf der Deichwiese am Auktionshaus haben Aktive und Unterstützer des Grünen-Ortsverbands mit genügend Abstand voneinander zu Pflanzschaufeln gegriffen.

„Es wird schon in wenigen Monaten wunderschön anzusehen sein für die Leute, die hier spaziergehen oder wohnen“, freut sich Gabi Lux auf eine erwünschte Nebenwirkung dieser Maßnahme. „Es geht vor allem darum, dass nicht nur Landwirte für mehr Artenvielfalt sorgen können, sondern wir auch selbst etwas machen müssen“, findet die Ladenburgerin, während sie neben ihrem Mann Andreas auf der Deichwiese kniet. Sie ist Mitglied bei der Ortsgruppe des Bunds für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und singt beim Frauenchor des Liederkranzes. Corona-bedingt ist das gemeinsame Proben schwierig bis unmöglich geworden. „Wir versuchen aber, die Gemeinschaft aufrecht zu erhalten“, zeigt sich Lux zuversichtlich. Zwischenzeitlich probte der Verein in privaten Gärten, die Lux als Orte der Artenvielfalt schätzt.

„Auf unseren wenigen Quadratmetern machen wir, was wir können, aber wir arbeiten auch im BUND-Garten und an der Bachstation mit, wo wir dieses Jahr schon Blühstreifen angelegt haben“, berichtet die Artenschützerin, die außerdem im Garten ihrer Eltern in Pforzheim „jede Menge Wiese mit Bäumen“ pflegt. „Wenn jeder ein bisschen was macht, dann gibt das eine große Menge“, sagt Lux. Auch auf die Frage, warum jeder Summer und Brummer für die Artenvielfalt wichtig ist, weiß sie eine Antwort: „Es gibt in der Natur nichts, was unnütz ist.“ Über die komplexen Zusammenhänge gelte es zu informieren.

Da muss Marita Möller, die neben ihrem Mann Jesper Behr Zwiebeln steckt, fast gar nichts mehr sagen. Die Frau aus der Grünen-Arbeitsgruppe, die die Aktion „Wege zur Artenvielfalt – Ladenburg blüht auf“ zusammen mit BUND und Bauernverband ins Leben gerufen hat, erklärt: „Das ist der Corona-konforme Auftakt einer Reihe von Aktionen, um Spenden für mehr Blühstreifen auf den Feldern einzuwerben.“ Wie man spenden kann und was es beim Zwiebelpflanzen bis in den Dezember hinein zu beachten gilt, steht auf einem Faltblatt von Grünen-Fachfrau Andrea Schieder. Es ist nebst Zwiebeltütchen gegen eine Spende dort erhältlich: Neugasse 6, Mühlgasse 5, Lustgartenstraße 11 und Wasserspielplatz Kandelbach (am Gartenzaun). Man kann aber auch die Blühstreifen der Bauern fördern.

Spenden möglich

Die Grüne Möller weiß das zarte Pflänzchen der noch jungen Kooperation zu schätzen: „Die Landwirte sind am Dialog interessiert: Das ist das Wichtige, wie bei uns auch.“ Spendenkonto: Verein „Wir für Ladenburg“, Stichwort Blühstreifen, IBAN DE09 6729 0100 0070 6789 09.

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