Ladenburg

Ladenburg Kandidaten der Freien Wähler setzen vor allem auf die Themen Barrierefreiheit, preiswertes Wohnen und Belebung der Altstadt

„Pflaster ist großes Problem für Ältere“

Drei Themen stellen die Ladenburger Freien Wähler beim Kommunalwahlkampf in den Vordergrund, wie die beiden Spitzenkandidatinnen Gudrun Ruster im Gespräch erläutern: ein seniorengerechtes Ladenburg, bezahlbares Wohnen für Familien und die Attraktivität der Altstadt.

Soziales: Mit ihrer 88-jährigen Mutter, die gehbehindert ist, hat Stadträtin Gudrun Ruster in Ladenburg viele Erfahrungen gemacht. Deshalb fordert sie eine Absenkung der Randsteine. Bei Bauarbeiten werde zwar darauf geachtet, aber das reicht ihr nicht: „An bestimmten Stellen sollte das gemacht werden, auch wenn nicht gebaut wird.“ Christiane Ernst, auf Platz 2 der Liste, ergänzt: Vor allem im Umkreis von Einrichtungen, in denen viele Senioren leben, sei eine Absenkung dringend nötig: „Die meisten Bewohner sind nämlich mit dem Rollator unterwegs.“ Gudrun Ruster schneidet einen anderen Aspekt an: „Für mich ist das Pflaster ein großes Problem für Ältere. Es ist nicht einfach, darauf mit Rollator oder Gehhilfe unterwegs zu sein.“ Eine Lösung könnte ihrer Auffassung nach sein, bei der Neupflasterung Steine zu verwenden, die eine ebene Oberfläche ergeben.

Wichtig für Senioren sei auch, so die Stadträtin weiter, dass Autos nicht auf Gehwegen parken. Die Stadt könnte an die Bürger appellieren, das zu unterlassen und sie mit Hinweiszetteln darüber aufklären, welche Probleme sie anderen damit bereiten, die auf die Fahrbahn ausweichen müsse.

Bezahlbares Wohnen: Angesichts der hohen Grundstückspreise in Ladenburg ist es nicht gerade einfach, bezahlbare Wohnungen zu schaffen. „Die Stadt sollte hier Vorreiter sein“, meint Christiane Ernst. Es geht ihr darum, junge Ladenburger mit ihren Familien in der Stadt zu halten und junge Familien mit Kindern nach Ladenburg zu holen. „Das kann nur mit städtischen Grundstücken geschehen.“ Ruster ergänzt: Bei der Vergabe von Grundstücken an Bauträger sollte festgeschrieben werden, dass ein Teil der Wohnungen auch für Menschen bezahlbar ist, deren Einkommen nicht so hoch sind.

Könnte Erbpacht eine Lösung sein? Für Christiane Ernst wäre das keine Option: „Weil mir das Grundstück nicht gehören würde.“ Sie hält die momentanen Grundstückspreise für überzogen, nicht nur in Ladenburg. Gudrun Ruster erinnert daran, dass in vielen Häusern nur noch eine Person wohnt. Für diese Menschen sollten ihrer Auffassung nach Anreize geschaffen werden, um zum Beispiel in ein Mehrgenerationenhaus zu ziehen. Auch so könnte Wohnraum für junge Familien gewonnen werden. „Aber eine große alte Wohnung ist oft günstiger als eine kleine neue“, gibt Christiane Ernst zu bedenken. Eine für sie mögliche Lösung: Die Baugenossenschaft erstellt ein Haus mit günstigen Wohnungen für ältere Ladenburger.

Attraktivität der Altstadt: „Während der Woche ist es teilweise sehr ruhig in der Altstadt“, betont Christiane Ernst. Die oft zu hörende Beschwerde, es gebe keine Grundnahrungsmittel zu kaufen, kann sie nicht teilen: „Die kriegt man auf dem Wochenmarkt und über die umliegenden Geschäfte. Deshalb ist es wichtig, dass der Wochenmarkt auf dem Marktplatz bleibt.“ Gudrun Ruster: „Wir bemühen uns seit Jahrzehnten um gemeinsame Kernöffnungszeiten der Geschäfte. Bisher haben wir es nicht hinbekommen, aber wir nehmen einen neuen Anlauf.“ Sie hofft, dass es der Stadt gelingt, den Tourismus anzukurbeln.

In diesem Zusammenhang erwähnt Gudrun Ruster den Wohnmobilstellplatz. Er bringe der Altstadt Kunden, die zudem auch weitertransportieren würden, welch schöne Stadt Ladenburg sei. „Die Leute sind schon eine Bereicherung“, meint auch Ernst. „Das merken wir auf dem Markt, wo sich die Wohnmobilisten versorgen.“ Nach Auffassung von Ruster sollte künftig auch beim Verteilen von Strafzetteln mehr Fingerspitzengefühl gezeigt werden. Damit vermeide man nämlich, Gäste zu vergraulen. „Und die Stadt sollte endlich ein Parkraumkonzept vorlegen und neue Parkplätze ausweisen.“