Ladenburg

Ladenburg Großes Interesse an mobiler LKA-Beratungsstelle zum Thema Einbruchschutz gestern auf dem Marktplatz / Vortrag am 20. Februar im Domhof

Polizei: „Wir leisten, was uns möglich ist“

Die Einbruchsserie in Ladenburg hält an. Die Polizei hält dagegen: „Wir leisten, was uns möglich ist, und lassen auch nicht nach, dazu weitere Kräfte anzufordern“, sagt Revierleiter Peter Oechsler gestern im Infotruck des Landeskriminalamts (LKA) entschlossen. Die mobile Beratungsstelle, die auf dem Marktplatz Halt gemacht hat, bietet Tipps zum „Wirksamen Schutz vor Wohnungseinbruch“. Das Interesse ist groß: Allein bis nachmittags führen Thomas Wurster (LKA), Peter Pieczka (Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle) und Martin Boll (Polizeipräsidium Mannheim) schon mehr als 70 Gespräche.

„Das ist eine starke Resonanz im mittleren Bereich, wenn aktuell Einbrüche stattfinden wie hier“, sagt Wurster. Im südbadischen Lörrach habe man aber auch schon mal 500 Beratungen an einem Tag durchgeführt. Für Sicherheitsinformationen rund ums Haus interessiert sich Dieter Grimm in Ladenburg: „Ich würde gerne erfahren, was mir das LKA zur Haussicherung empfiehlt und einen Termin Zuhause ausmachen“, sagt der Römerstädter. „Nach Sicherungsmaßnahmen an Fenstern und Türen“ will sich die frühere Ladenburgerin Christine Gattung, die jetzt in Altenbach wohnt, erkundigen. Auch sie fühlt sich verunsichert von den steigenden Fallzahlen in ihrer alten Heimatstadt.

Zehn Fälle von so genannten Tageswohnungseinbrüchen sind es bereits in diesem Jahr. Zum Vergleich: Im Januar 2018 gab es keinen einzigen Einbruch. Ebenso 2015 und 2016. Vor zwei Jahren wurde zwischen erstem und 31. Januar genau einmal eingebrochen, wie die Polizei auf Anfrage mitteilt. Was zusätzlich zur Beunruhigung beiträgt: Zwischen dem Beginn der „dunklen Jahreszeit“ am 1. Oktober und dem 31. Dezember 2018 verzeichnet die Statistik bereits 13 Fälle in der Römerstadt. Deshalb hat sich gestern auch Petra Klodt zusammen mit Ehemann und Hund zum Beratungsmobil aufgemacht. „Das Angebot finde ich toll vor dem Hintergrund dieser ganzen Einbrüche: Es ist sehr informativ“, sagt die Ladenburgerin nach dem Gespräch.

Türen zweimal abschließen

Dass die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle bald zu ihr nach Hause kommt, um sie kostenlos über Einbruchschutz aufzuklären, findet Klodt „großartig“. Sie weiß schon jetzt: Eingangstüren auch tagsüber zweimal abschließen, Fenster selbst bei kurzer Abwesenheit nicht gekippt lassen und auf Fremde im Haus oder auf dem Grundstück achten. Dass trotz aller Sicherheitsvorkehrungen, die aufgrund einer solchen Beratung getroffen worden sind, etwas passieren kann, hat ein bestohlenes Ehepaar in der Südstadt erfahren. „Dieser zehnte Fall in diesem Jahr ärgert mich auch besonders, aber er zeigt eben, dass es keinen hundertprozentigen Schutz gibt“, räumt Oechsler offen ein. „Das war kein typischer Fall“, entgegnet Boll. Der Präventionsleiter vom Mannheimer Polizeipräsidium betont: „Dieses Thema ist sehr vielfältig.“ Deshalb hält er dazu am Mittwoch, 20. Februar, um 19.30 Uhr auch einen Fachvortrag auf Einladung der Stadt im Domhof.

„Uns geht es darum, die Widerstandskraft der Häuser zu erhöhen, aber mit der beste Schutz ist der wachsame Nachbar“, bekräftigt Boll. „Die gemeinsame Aktion von Polizei und Stadt zeigt Wirkung, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Da ist sich Bürgermeister Stefan Schmutz sicher. Er sagte gestern im Info-Truck: „Ich bin Revierleiter Oechsler dankbar, dass er das Thema offensiv angeht und die Mannstärke erhöht hat.“ Es sei „wichtig zu zeigen, dass man nicht ohnmächtig ist, sondern etwas tun kann“.