Ladenburg

Ladenburg Stammgast Frank Niedermaier überreicht Phil Leicht einen „Oscar“

Radioredakteurin zeigt sich begeistert

Archivartikel

Dass Phil Leicht und seine Frau Linda Selig den kleinsten Konzertraum Ladenburgs und wahrscheinlich der ganzen Umgebung regelmäßig mit spannender Jazzmusik und Kunst füllen, weiß der Leser längst. Erst kürzlich gab es dafür bereits den Musikpreis „Applaus“ (wir berichteten). Seit vergangenem Samstag ziert das „Leicht & Selig“ außerdem eine dem Filmpreis „Oscar“ sehr ähnliche Auszeichnung. Auf den Sockel dieser Skulptur hat Stammgast Frank Niedermaier „Bester Jazzclub der Welt“ eingravieren lassen.

Kurz vor dem begeisternden Auftritt des Werner Neumann Electric Trios stand plötzlich und für alle überraschend zunächst Niedermaier vor dem rund 20-köpfigen Publikum im damit nahezu voll besetzten Raum. „Es ist mir schon lange ein Anliegen, einfach mal Danke zu sagen für das, was Phil macht“, erklärte der Ladenburger. „Regelmäßig genieße ich hier beste Musik und guten Wein und treffe gute Leute: Das ist nicht selbstverständlich, denn es stecken viel Arbeit, Engagement und Herzblut dahinter“, erklärte Niedermaier und überreichte die Skulptur. „Ich bin sprachlos“, sagte der Jazzenthusiast und Veranstalter Leicht, der sonst kaum um Worte verlegen ist.

„Es ist in der Nähe, ich kann hinlaufen“, sagte Niedermaier in der Pause ins Aufnahmemikrofon von Julia Neupert und nannte damit einen weiteren Grund, warum er die Reihe „Philleicht Jazz!?“ so schätzt. Die Radiojournalistin sammelte Stimmen für ihre Sendung „Homezone - Jazz in Südwest“, die am Dienstag, 18. Juni, von 21.03 bis 22 Uhr auf SWR 2 zu hören ist und sich um das „Leicht & Selig“ dreht. Auch die Musikredakteurin zeigte sich begeistert vom Konzept dieser klingenden Kunstgalerie: „Das ist etwas ganz Besonderes“, sagte sie im Gespräch mit dem „Mannheimer Morgen“.

Stilistisch vielfältig

Neupert sprach in der Pause noch mit weiteren Besuchern und bereits am Nachmittag vor dem Konzert mit Gastgeber Leicht, Werner Neumann sowie den Musikern um den 1964 in Duisburg geborenen E-Gitarristen. Dieser war nach seinem Studium in Köln unter anderem Schüler des großen US-Gitarristen Pat Metheny und lehrt seit 2005 als Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig.

Seine beiden Mitmusiker bestachen nicht nur damit, wie sie den Boden bereiteten für die stilistisch vielfältigen Soli Neumanns an seiner wunderbar klingenden halbakustischen „Heritage“-Gitarre. Vielmehr glänzten Steffen Greisiger an der Hammond-Orgel und vor allem der 1994 in Chemnitz geborene Schlagzeuger Tom Friedrich selbst ebenso virtuos. Friedrich schien jedes rhythmische Donnern, Pochen oder Klopfen mit Sticks, Besen und bloßen Handflächen tief zu empfinden und riss die Zuhörer jedes Mal mit. Einer der Höhepunkte: eine „PS PM“ betitelte Hommage an den in Neumanns Augen „besten lebenden Jazzgitarristen“, seinen früheren Lehrer Pat Metheny. pj