Ladenburg

Ladenburg „Work-Café“ zur Bürgerbeteiligung am Radverkehrskonzept im Domhofsaal / Erste Ergebnisse liegen vor

Radler sind „Experten vor Ort“

„Ladenburg ist dazu vorbestimmt, eine Radstadt zu werden.“ Damit äußerte Bürgermeister Stefan Schmutz eine Vision. Dafür sprächen kurze Wege, kaum Steigungen und relativ wenige Parkplätze für Autos. „Dieser Nachteil bringt uns dazu, intensiver über Radwege nachzudenken“, sagte Schmutz beim „Work-Café“ zur Bürgerbeteiligung am Radverkehrskonzept. Rund 50 Interessierte und überwiegend leidenschaftliche Radler waren dazu in den Domhofsaal gekommen.

Die Planer haben sich schon einen Kopf gemacht: Auf den Thementischen lagen anschauliche Karten und Grafiken aus. Es gibt rund 50 übersichtliche Maßnahmenblätter. „Wichtig ist uns, dass sie unsere Verbesserungsvorschläge in eine Reihenfolge der Wichtigkeit bringen“, erklärte Anna Struve. Die städtische Umweltberaterin, die das Konzept zusammen mit dem Karlsruher Fachbüro Koehler & Leutwein ausgearbeitet hat, zeigte sich „sehr zufrieden“ mit der Resonanz an diesem Abend. Beim Justieren dieses „Leitbilds für spätere Planungen“ (Schmutz) seien Bürger „die Experten vor Ort“. Dies betonte Fachplaner Stefan Wammetsberger, der das Gutachten seines Hauses als strategisches Papier verstanden wissen will: „Es soll als Zielsetzung dienen, wohin sich Ladenburg in Sachen Radverkehr entwickeln soll.“

Wie am Freitag bereits ausführlich über die wichtigsten möglichen Maßnahmen berichtet, entscheidet der Gemeinderat erst dann über das Konzept, wenn die Ergebnisse dieses Abends und weitere Eingaben von Einwohnern ausgewertet sind. Dies ist Schmutz ganz wichtig: „Auch wer heute nicht dabei ist oder wem noch etwas einfällt, was ihm wichtig wäre, kann uns noch bis Mittwoch, 11. Dezember, Rückmeldung geben.“ Das 65-seitige Gutachten steht auf der städtischen Internetseite (https://bit.ly/2pnpFtm) und liegt zur Einsicht im Rathausflur im zweiten Obergeschoss aus.

Eine Mini-Umfrage unter Teilnehmern ergab dieses Bild: „Ich finde das ,Work-Café’ zum Thema Radverkehr sehr gut, weil es besonders erwünscht ist, dass ich meine Erfahrungen als Radfahrerin einbringe“, sagte eine Ladenburgerin, die täglich zur Pädagogischen Hochschule nach Heidelberg-Neuenheim radelt.

„Ich bin viel mit dem Rad unterwegs, deshalb ist mir das Radkonzept sehr wichtig“, erklärte Rainer Sextroh. Man könne jedoch kaum den Radverkehr alleine betrachten. Es sei vielmehr wichtig, einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen, der andere Faktoren wie Schulen und ruhenden Verkehr mitberücksichtige. „Als jemand, der täglich mit dem Rad fährt, bin ich im Großen und Ganzen begeistert von dem Konzept“, sagte Markus Buchner.

„Das ist ein toller Ansatz, weil so viele Details berücksichtigt werden, und deshalb bleibt für mich kaum etwas zu wünschen übrig, auch wenn manches Wünschenswerte Utopie bleiben wird“, fand Axel Juedtz, der ehemalige Radverkehrsbeauftragte am Carl-Benz-Gymnasium.

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