Ladenburg

Ladenburg Lob und kritische Stimmen im Technischen Ausschuss / Projektbeauftragte Braun informiert über aktuellen Stand

Radschnellweg kommt ab 2022

Archivartikel

Der Radschnellweg zwischen Mannheim und Heidelberg über Ilvesheim, Ladenburg und Edingen-Neckarhausen wird „ab Mitte 2022“ gebaut. Das hat die Beauftragte für das Pilotprojekt, Tanith Braun, am Mittwoch im Technischen Ausschuss des Ladenburger Gemeinderates angekündigt. Bis wann er fertig sein soll, konnte sie auf Nachfrage des „MM“ nicht sagen: „Wir hoffen schnell.“

Fest steht: Vor Fertigstellung der neuen Neckarbrücke und der L 597 werden auch die Radfahrer keine durchgehende Straße haben. Denn das Herzstück der Umgehungsstraße, deren Bau gerade erst begonnen hat, wird auch Teil des Radschnellwegs. „Die vier Meter auf der Brücke sind schon vorgesehen“, erläuterte Braun im Ausschuss. Dass zwischen Mannheim und Heidelberg eines von landesweit drei Pilotprojekten entsteht, führt sie darauf zurück, dass hier zwei Oberzentren mit großem Radverkehranteil nahe beieinander liegen.

„Wir freuen uns, dass die Stadt angebunden wird, waren aber von der Lösung überrascht“, sagte Bürgermeister Stefan Schmutz: „Für unsere Bürger bringt das sehr viel Vorteile und eine deutlich schnellere und sicherere Verbindung nach Mannheim.“ Zügig und sicher ans Ziel zu kommen, das sei das Ziel dieses Projektes, erläuterte Braun. Dies erfordere eine gute Oberfläche; möglichst getrennt vom übrigen Verkehr.

Alexander Spangenberg (Grüne) goss allerdings Wasser in den Wein: „Wir sind enttäuscht vom neuen Vorschlag.“ Mit der Führung über die neue Brücke entstehe ein Umweg von mindestens zweieinhalb Kilometern. „Die Radler werden weiter geradeaus fahren“, mutmaßte Spangenberg, und auf dem Weg nach Heidelberg bleibe der jetzige schlechte Zustand des Radwegs erhalten.

„Potenzial entscheidet“

Ausschlaggebend für die Trasse sei das Potenzial, rechtfertigte Braun die Entscheidung für die Kompromisslinie: „Das haben wir nur, wenn auch Edingen-Neckarhausen angeschlossen wird.“ Die Trasse sei endgültig, über Details könne man noch sprechen. Dazu dient auch eine interaktive Karte im Internet, auf der alle Betroffenen ab 24. Juli an neuralgischen Punkten Stecknadeln setzen und ihre Kommentare abgeben können. Braun: „Wir sind für jede Anregung dankbar.“

„Hat der Schnellweg mit Tempo, Belag oder Verkehr zu tun?“, wollte Werner Molitor wissen. „Alles spielt eine Rolle“, antwortete Braun. Hauptziel sei es, zügig, einfach und möglichst kreuzungsfrei ans Ziel zu kommen. „Das ist keine Fahrradautobahn“, wehrte sie sich gegen einen gerne für den Schnellweg verwendeten Begriff. Was wann und wo zuerst gebaut wird, sei derzeit noch offen. Dort, wo für den Bau kein Planfeststellungsbeschluss, also ein formales Genehmigungsverfahren, erforderlich sei, werde man anfangen, sagte die Projektbeauftragte. Das Beste vom Besten zu wollen und „das sehr Gute“ zu bekommen, sei in Ordnung, betonte der Bürgermeister. „Wir unterstützen das Land dabei. Sie haben sich da etwas sehr Diffiziles ausgesucht.“ Die Strecke nach Ilvesheim sei nicht ohne: „Jetzt kann da etwas getan werden. Darin sehen wir ein sehr positives Signal.“ Die Baumaßnahme werde vom Land finanziert und unterhalten: „Das ist ein Pluspunkt und ein richtiger Mehrwert.“ Zubringer zum Schnellweg zu schaffen, sehe die Stadt als ihre Aufgabe an. Eine Möglichkeit sieht er in den vorhandenen Industriegleisen: „Uns gehört das Land aber nicht die Gleise.“

Info: Infos online: www.radschnellweg-hd-ma.de