Ladenburg

Ladenburg Baugenossenschaft feiert ihre 100-jähriges Bestehen / Ansprache von Stefan Schmutz

„Respekt für Lebensleistung“

Grund zum Feiern gab es für rund 500 Mitglieder der Baugenossenschaft Ladenburg, die 100 Jahrre alr wurde. Seit ihrer Gründung im Jahr 1919 entstanden in Ladenburg 174 Wohneinheiten in 54 Objekten und das ist schon ein Grund um Danke zu sagen. Die erfolgreiche Geschichte wurde in einer Festschrift dokumentiert. Begrüßt wurden die Gäste vom Vorstand Heike Vroomen und Götz Speyerer wie auch vom Aufsichtsrat Christian Vögele.

In seiner Ansprache zollte Bürgermeister Stefan Schmutz als Gratulant der Genossenschaft „Respekt für ihre Lebensleistung“. In seiner Ansprache ging er auf die erfolgreiche Entstehungsgeschichte der Genossenschaft ein. Ihr Ziel im Jahr 1919 sei es gewesen, sozial erschwinglichen Wohnraum zu schaffen und ein Jahr später seien die ersten Wohnungen fertig gewesen, was heute aufgrund der Vorschriften fast schon utopisch sei. Die Gründung sei in eine Zeit der politischen und sozialen Instabilität gefallen. „Da hieß es sein Schicksal selbst in die Hände zu nehmen und die Menschen in Ladenburg haben da nicht gefackelt, sondern in die Hände gespuckt“, bewunderte Schmutz den Tatendrang. Das Thema, sozial verträglichen Wohnraum zu schaffen sei heute aktueller denn je.

Kritische Entwicklung

„War es vor 100 Jahren das Bedürfnis ein Dach über den Kopf zu haben, gibt es heute viele Menschen, die sich den Traum vom Eigenheim nicht erfüllen können“, und er klagte über das zu geringe Angebot preisgünstiger Wohnungen und da sei Ladenburg als eine der wirtschaftlich starken Region nicht ausgenommen. Zwar gebe es in Ladenburg keinen Mietspiegel, doch die Entwicklung der Kaltmiete für Bestandsgebäude bewege sich zwischen acht und neun Euro pro Quadratmeter, doch die Tendenz ist ansteigend. Er als Bürgermeister sehe diese Entwicklung recht kritisch, verändere sie doch langfristig das Gesicht einer Stadt.

„Wir als Stadt müssen der Entwicklung etwas entgegensetzen“. Er sei dem Gemeinderat dankbar, den Vorschlag der Stadt mitzutragen, bei der Grundstücksvergabe des Baugebiets Nordstadt eine festen Quote festzulegen, mindestens 25 Prozent der Wohnungen als preisgünstigen Wohnraum bereit zu stellen. „Wir haben den Preis auf maximal 8,50 Euro pro Quadratmeter taxiert“.

Applaus für diesen Vorstoß günstigen Wohnraum bereit zu stellen, gab es vom Vorstandsvorsitzenden Peter Bresinski. In seiner Ansprache ging er auf die erfolgreiche Geschichte der Baugenossenschaft ein, was auch in der stetig steigenden Mitgliederzahl zu sehen sei. Waren es bei der Gründung 50 Mitglieder, so stieg sie 1948 auf 160 und im Jahr 2017 waren es 552 Mitglieder, ging er auf die Statistik ein.

Weiter ging er auf den immer enger werdenden Wohnungsmarkt ein, auf dem man alle gesellschaftlichen Schichten bewegen. Laut einer Erhebung in Baden-Württemberg müssten 65 000 Wohnungen gebaut werden, doch dies werde bei Weitem nicht erreicht. So wurden im vergangenen Jahr lediglich 38 000 Wohnungen gebaut. „Diese reichen bei Weitem nicht aus“.

Musikalisch mitgestaltet wurde die Feier von drei Schülern der Musikschule auf ihren Trompeten und am Nachmittag trat der Tanz-Club Blau Silber auf. greg