Ladenburg

Ladenburg Technischer Ausschuss stimmt Jugendheim-Bau zu

Salinger: „Hier wird mit falschen Karten gespielt“

Archivartikel

„Das kann ich nicht akzeptieren, ich lehne es ab. Hier wird mit falschen Karten gespielt.“ Das harte Urteil über den Bauantrag kam von SPD-Fraktionssprecher Steffen Salinger, der herbe Kritik an einem Vorhaben im Alemannenweg übte. Es lag dem Technischen Ausschuss (TA) bereits zum zweiten Mal vor: Nach einer Ablehnung hatte das Landratsamt den Bauherrn nämlich angewiesen, die Pläne zu überarbeiten, und bei diesem zweiten Versuch schaute nicht nur Salinger genau hin.

Jennifer Zimmermann (Grüne) fielen als erstes Unstimmigkeiten bei der Zahl der Wohnungen auf: „Es müssten acht sein, nicht wie angegeben sechs.“ Diesen Widerspruch nahm Bürgermeister Stefan Schmutz auf seine Kappe, doch anderes ging sozusagen mit dem Antragsteller nach Hause: Da war die Massivität der gesamten Planung, die schon beim ersten Mal auf Widerspruch stieß, da waren Unstimmigkeiten bei den Höhenlinien des Gebäudes, den Flächen im Bereich der Kellerwohnung, der Grenzbebauung und der Parkplatz-Erschließung. Alexander Spangenberg (Grüne) monierte die Höhe des Kellergeschosses: „Wenn das so stimmt, wären zwei Drittel im Erdreich.“

Entsprechend finster müsse es in der dortigen Wohnung werden. Salinger störten vor allem die Höhenlinien: „Die stimmen nicht überein. Veralbern lasse ich mich nicht.“ Das monierte auch Christian Vögele (CDU). Daneben kritisierte Salinger, dass die Parkplätze nicht angefahren werden könnten: „Höchstens mit einem Smart.“ Heiko Freund (FW) nickte: „Außerdem ist der Parkplatz nur über einen Feldweg erschlossen.“

Praxis statt Wohnung

Eine Zufahrt müsse nicht zwingend geteert sein, gab Stadtbaumeister André Rehmsmeier zu bedenken. „Wo hat er eigentlich nachgebessert“, wollte Zimmermann wissen, und Schmutz erklärte: „Bei der Firsthöhe und der Länge.“ Letztere sei von über 26 auf jetzt 23 Meter reduziert worden. Zustimmen konnte dem niemand, doch gab der TA der Verwaltung auf, dem Landratsamt für das weitere Verfahren die Kritikpunkte zu übermitteln.

Grünes Licht gab es dagegen für Gauben in der Realschulstraße und am Marktplatz sowie für eine Nutzungsänderung in der Kirchenstraße: Aus einer Wohnung wird hier eine Praxis für Kinder- und Jugendpsychotherapie, was besonders Angelika Gelle (SPD) begrüßte: „Das ist eine absolute Bereicherung.“ Zugestimmt wurde auch einem weiteren Vorhaben: einem Neubau für das „Haus Mirabelle“. Die stationäre Jugendhilfe will auf ihrem Gelände am Neuweg ein Wohnhaus mit Therapieräumen und rund 274 Quadratmetern Grundfläche errichten. stk

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