Ladenburg

Ladenburg Kritische Worte zur Hallensituation bei der 58. Sportlerehrung durch Stadt und OAL

Schmutz: „Über Nacht wird es keine Verbesserung geben“

Archivartikel

Bei der 58. Sportlerehrung seit 1961 hat Bürgermeister Stefan Schmutz im Domhofsaal 77 Einzelsportler und 13 Teams in 15 unterschiedlichen Sportarten ausgezeichnet. „Es ist in meiner noch jungen Amtszeit eine der erfreulichsten Tätigkeiten, Bürger auszuzeichnen, die Herausragendes geleistet haben“, sagte das Stadtoberhaupt, das zu diesem Anlass die Amtskette umgelegt hatte. Doch zunächst bedankte sich Schmutz für den „begeisternden musikalischen Einstieg“: Die jugendlichen Sängerinnen Zoe Worm und Elisabeth Kirsch aus der Gesangsklasse der städtischen Musikschullehrerin Jeannette Friedrich hatten je einen Popsong interpretiert.

„Sie haben hartes Training und viel Zeit investiert, um auf den Punkt genau fit zu sein und im entscheidenden Moment die Nerven zu behalten“, so Schmutz. Doch sei dies nicht nur eine Frage des Talents, sondern auch der Haltung sowie der Unterstützung durch Eltern, Trainer und Betreuer. Weil der Sport die Gesundheit fördere sowie über alle möglichen Grenzen hinweg Menschen zusammenbringe und verbinde, bemühe sich die Stadt Ladenburg durchaus, Sportler und Vereine zu unterstützen, indem sie Sportstätten kostenlos zur Verfügung stelle. Es sei allerdings eine berechtigte Frage, wie es auch angesichts wachsender Einwohnerzahlen mit der Lobdengauhalle und mangelnden Hallenkapazitäten weitergehe. Schmutz erklärte, dass der Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben und fünf Millionen Euro in die mittelfristige Finanzplanung eingestellt habe.

Damit nahm der Bürgermeister Stellung zu kritischen Worten von Fritz Lackner, dem kommissarischen Chef des Dachverbands aller Sportvereine in Ladenburg, also des Ortsverbands für Leibesübungen (OAL). Hatte doch Lackner eingangs die wertvolle Arbeit der Vereine im Sinne des Gemeinwohls betont, aber ebenso festgestellt: „Die Grundlage dafür sind jedoch ausreichende Sportstätten, und ich denke, die Sportvereine werden dies bei der anstehenden Kommunalwahl 2019 thematisieren.“

Der Wegfall der Alten Martinsschule als Trainingsstätte und die vorübergehende Schließung hätten deutliche Spuren bei den Vereinen hinterlassen. So verzeichne man bei den zu ehrenden Sportler einen Rückgang von 234 im Jahr 2014 auf aktuell 174.

„Über Nacht wird es keine Verbesserung geben“, stellte Schmutz klar. Doch die Zahl der ausgezeichneten Sportler sei noch immer beachtlich. Gleichwohl hätten Verwaltung und Gemeinderat „großes Interesse an einer zielgerichteten und nachhaltigen Lösung“ des Hallenproblems. Neben Carl-Benz-Ehrennadeln in Gold, Silber und Bronze sowie Urkunden für Meister und Platzierte gab es diesmal auch ein Paar „Snocks“: Hinter der Wortschöpfung aus Sneaker und Socken verbirgt sich das Jungunternehmen von Johannes Kliesch und Felix Bauer. „Das Geschenk dieses Ladenburger Startups ist eine kleine Überraschung für alle zu Ehrenden“, sagte Schmutz, bevor er das Mikro an den früheren OAL-Vorsitzenden Kurt W. Zepf übergab. Dieser dankte Hanne Pawlik sowie den Rathausmitarbeiterin Beate Glowinski und Janschi Schröder für ihre Unterstützung.