Ladenburg

Ladenburg „Turm-Spielplatz“ der Eltern-Initiative im Aufeld eröffnet / Gestern Fest mit Anwohnern, Helfern und Sponsoren

Schmutz: „Dieses Engagement sucht seinesgleichen“

„Wir halten den Spielplatz für marode und gefährlich.“ Dies hatte Katja Hurrelmann noch Ende 2016 im Technischen Ausschuss (TA) des Ladenburger Gemeinderats festhalten müssen. In der Tat wirkte die Fläche an der Aufeldstraße hinter Feuerdornhecken trist und wenig einladend für Kinder. Davon kann heute kann Rede mehr sein – ganz im Gegenteil, wie sich gestern bei einem Fest zeigte: Der umgestaltete Freiraum wurde als „Turm-Spielplatz“ neueröffnet. „Unglaublich, wieviel Herzblut und Zeit wir da reingesteckt und wie wir mit den Kindern auf diesen Tag hingefiebert haben“, sagt Stefanie Zschätzsch, eine Hauptakteurin neben Daniela Treiber und Hurrelmann.

Ihre Eltern-Initiative „Bewegungs(t)räume im Aufeld“ hat ganze Arbeit geleistet: Nachdem der TA nämlich grünes Licht gegeben hatte, krempelten Eltern die Ärmel richtig hoch. Wie erfolgreich die drei Mütter beim Einwerben von Spenden und vor allem Väter beim selbst mit anpacken waren, das zeigt sich jetzt in dem Wohngebiet nördlich der Ilvesheimer Straße nahe des historischen Automuseums: Kletterturm mit Rutsche, Trampolinfeld, Kleinkindschaukel, Spielhütte, Buschtunnel (geplant) sowie zeitgemäße Abenteuer- und Balanciergeräte werten das Areal auf. Die Neugestaltung ermöglichten Aktionstage, Spenden, örtliche Firmen, kommunaler Bauhof und der Verein „ActiveKid“ um den Spielraum-Fachmann Rolf Schwarz. Der Professor der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, den Mitinitiatorin Zschätzsch aus ihrer Studienzeit kennt, stellte in jener entscheidenden TA-Sitzung Ergebnisse seiner ehrenamtlich erstellten Erhebung mit Umfrage unter 150 Kindern und Eltern im Quartier vor.

Fazit: Die Anlage war länger in Vergessenheit geraten und für die meisten Befragten unattraktiv. Das Aufeld befand sich aber im Umbruch, seit viele junge Familien mit Kindern zugezogen waren. Zwar hatte die Stadt Ladenburg kaum Geld übrig, um den erforderlichen Umbau zu unterstützen. „Wir ermutigen Sie aber weiterzumachen, mit unserem Respekt und unserer Anerkennung“, sagte damals Bürgermeister Rainer Ziegler bei der Präsentation des Projekts.

30 000 Euro zusammengetragen

„Dieses Engagement sucht seinesgleichen“, stellte Bürgermeister Stefan Schmutz gestern fest. Habe die Initiative doch rund 30 000 Euro an Spenden zusammengetragen. Zum Vergleich: Soviel stehe der Stadt jährlich für alle Spielplätze zur Verfügung. Der städtische Anteil für dieses Projekt belaufe sich auf 10 000 Euro, allerdings zuzüglich der Leistungen des Bauhofs, dessen Mitarbeiter spontanen Applaus hörte. Zusammen mit Mädchen und Jungen aus dem Viertel und aus dem städtischen „Haus des Kindes“ durchschnitt Schmutz zur symbolischen Einweihung ein rotes Band.

Einen Eismann, der zur Feier des Tages gratis kühle Köstlichkeiten ausgab, hatte Schmutz engagiert. Edeka- und DM-Markt stifteten Getränke. Schmutz würdigte die Leistungen weiterer Unterstützer, allen voran Manfred Fuchs (Fuchs Petrolub), der mit Benefizveranstaltungen in der Galerie Linde Hollinger über 13 000 Euro beigesteuert habe, sowie die Stiftung der Sparkasse Rhein-Neckar Nord (2000 Euro), MVV Energie, ICL Germany Ladenburg, BK Giulini, Baumschule Huben (Begrünung), REL Ladenburg/Hockenheim, Gärtner Dienstleistungen Meisterbetrieb, Installationsservice Manfred Maier, Galenus Apotheke Zechner, Dieter Keller. Der Kunst-Leistungskurs am Carl-Benz-Gymnasium wird bald den Zaun am Platz noch mit einem „Türme der Welt“-Kunstwerk verzieren.