Ladenburg

Ladenburg CBG-Schüler entwickeln Rätselrallye durch die mittelalterliche Stadt / Heimatbund und Stadtbibliothek als Partner

Schnitzeljagd für das digitale Zeitalter

Mit einer digitalen Stadtrallye durchs mittelalterliche Ladenburg machen Schüler des Carl-Benz-Gymnasiums (CBG) von sich reden. Das öffentliche Spiel mit der ursprünglich zum Unterrichten entwickelten Actionbound-App für Smartphone und Tablet-PC folgt jetzt einem Buchprojekt, an dem die heutigen Neuntklässler bereits 2018 mitgewirkt haben: „Das Geheimnis der Krypta“ lässt sich völlig unabhängig von Öffnungszeiten spielerisch ergründen, wie der Reporter bei der Präsentation erfährt.

Lichtblitze zucken

Spieler lesen mit frei verfügbarem Internet am Start- und Zielpunkt Stadtbibliothek einen so genannten QR-Code ein. Schon stehen sie vor einem Abenteuer, das sie innerhalb einer Stunde mit einem Protagonisten aus dem Buch erleben. Die Suche nach einem Römerschatz führt anhand einer Karte auch zu jener Krypta. Ein Video zeigt das Innere des verborgenen Ortes in der Unterkirche aus dem 10. Jahrhundert. Plötzlich zucken Lichtblitze. Dramatische Filmmusik erklingt. Die Zeitreise führt ebenso zum Markt vor mehr als 600 Jahren: Stimmengewirr, Hahnenschrei, Gebell, Flötentöne. Was war noch zu sehen, zu hören oder zu kaufen? Überall ist Aufmerksamkeit ist gefragt.

An neun Stationen gibt es Punkte für alle richtigen Antworten, die bei insgesamt 25 Fragen zur Auswahl angeboten werden. Wer Falsches anklickt, büßt Punkte ein. Ebenso bei Zeitüberschreitung. Klingt spannend? Das ist diese interaktive Schnitzeljagd fürs digitale Zeitalter auch. Und lehrreich für alle Beteiligten obendrein. Wetten, dass kaum ein Jugendlicher ab der sechsten oder siebten Klasse in einer Stunde so viel über die Ladenburger Stadtgeschichte lernt, wie mit diesem Spiel auf der Höhe der Zeit?

„Die Idee dazu kam vom Geschichtsverein Heimatbund“, erklärt CBG-Lehrer Volker Schmidt, der schon für das ganzheitliche Buchprojekt mitverantwortlich gezeichnet hatte. Zur Umsetzung des Bounds, wie die Schüler sagen, gab´s Nachhilfe: Beatrice Mollé, Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste in der Stadtbücherei, zeigte den Jugendlichen im CBG-Computerraum, wie das Programm funktioniert.

„Es geht darum, mit Spaß das mittelalterliche Ladenburg kennenlernen“, bringt es Schüler Niklas auf den Punkt. Umfangreich: die Recherchen fürs Quiz, „damit es lebendiger wird“. Eine Schätzfrage lautet nach Auskunft von Lene beispielsweise, wie lange es das Hospital in Ladenburg gab. „Wir haben auf viel wörtliche Rede geachtet“, erklärt Eric, als früher „Vorlesekönig“ für das Einlesen von Textstellen aus dem Buch zuständig.

„Mit der digitalen Audiowerkstatt für Musik und Hörspiele namens Audacity wurden die Textpassagen erstellt“, führt Aron aus. So gelang es aber auch, die Schatzsuche in der Vergangenheit mit authentischen Geräuschen zu hinterlegen. Darius und Lene drehten den Videofilm in der Krypta. „Dazu mussten wir erst einmal alles ausleuchten“, so Darius. Hilfreich: Scheinwerfer des Schultheaters. Verständnis war gefragt, um visuelle Szenen mit Audiodateien zu synchronisieren.

Zur Orientierung der Spieler erstellten Jette und Sophie Karten mit einem Internetdienst. Es galt, Anfangs- und Endpunkte der Wege festzulegen sowie Routen richtig zuzuordnen, was sich oft als knifflig erwies. Das Spiel selbst soll sich für Kinder ab elf, zwölf Jahren eignen. „Man kann es im Team spielen oder alleine, auch Ältere: Uns hat es allen Spaß gemacht“, lobt Vorstandsmitglied Silke Kehl vom Kooperationspartner Heimatbund. Auch dessen Vorsitzende Carola Schuhmann hat den „Bound“ schon getestet: „Eine ganz tolle Sache.“

Zum Thema