Ladenburg

Ladenburg Sonderausstellung im Carl Benz Museum

Skurriles Gefährt ist Seltenheit

Archivartikel

Es muss ein seltsamer Anblick sein. Von vorne scheint der Wagen ein Adler Trumpf Junior zu sein, doch geht es nicht ganz originalgetreu weiter: „Im Motorraum arbeitet ein DKW F1-Motor, und das Lenkrad stammt von einem BMW 327. Die Karosserie verjüngt sich nach hinten zu dem mittig montierten Hinterrad.“

Was Museumsleiter Winfried A. Seidel da beschreibt, ist ein Ausstellungsstück aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, das das Museum Dr. Carl Benz jetzt im Rahmen einer Sonderausstellung zeigt. Basteleien wie dieses ungewöhnliche Zwitterwesen haben heute Seltenheitswert, denn die eigenartigen Gefährte hätten nur wenige Jahre überlebt: „Als im Jahr 1955 der einmillionste VW Käfer vom Band rollte, endeten auch die letzten ,Bastelkisten’ auf dem Autofriedhof.“

Marke Eigenbau

Na ja, nicht alle. Noch ein weiteres Wunderwerk Marke Eigenbau überlebte: So gibt es noch einen Mercedes-Benz 170 VS aus den Vorkriegsjahren, der als „Beutegut“ bei einem französischen General landete, der aus dem Sportwagen einen eleganten, zweisitzigen Roadster machen ließ – den die Museumsbesucher nun ebenfalls bewundern dürfen. Wie auch Bilder des Fotografen Paul Simsa, der ein Buch von den bunten Kisten machte mit dem Titel „Dies alles fuhr auf unseren Straßen“.

So heißt jetzt auch die Ausstellung, die passenderweise zum 75. Jahrestag des Kriegsendes anläuft. Zu sehen ist sie vom 23. Mai bis 10. Oktober im Museum. stk

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