Ladenburg

Ladenburg Zweiter Platz für Frank Erk bei Heimrennen im Regen / Trotz Absagen hochkarätiges Starterfeld

"So eine Veranstaltung muss man doch unterstützen"

Mit dem neuen Eliteklasse-Amateur Victor Brück gewinnt am Freitag ausgerechnet ein Fahrer aus Gießen das 31. Hauptrennen um den Preis der Stadt Ladenburg. Es gießt zwar nicht wie aus Eimern wie 2006, als das Rennen zuletzt wegen eines Unwetters abgebrochen werden musste. Doch regnet es dafür so dauerhaft, dass Schirme zur Grundausrüstung der dennoch erstaunlich vielen Zuschauer entlang der Rundstrecke im Wohngebiet Weihergärten gehören. Wetterfeste Mitglieder und Fans des gastgebenden Rad-Sport-Clubs (RSC) werden belohnt und dürfen sich am Ende über den Erfolg "ihres" Fahrers Frank Erk im blauweißen Trikot der Veranstalter freuen: Der 49-Jährige ist Zweiter seines Seniorenklassements und Gesamtdritter des zweiten Rennens an diesem Abend.

"Es hat nicht ganz zum Sieg gereicht, aber der Platz auf dem Treppchen war mir beim Heimrennen wichtig", sagt Erk, der tags darauf in Bellheim und in knapp zwei Wochen bei den Weltmeisterschaften der Amateure in Frankreich startet (wir berichteten). Seine Platzierung in der Römerstadt darf man angesichts eines hochkarätigen Teilnehmerfelds als hervorragend bewerten. So muss sich in der Gesamtwertung des Rennens in der Masters-Klasse auch der bis dahin Ranglistenführende Stefan Steiner (RG Vorderpfalz) dem starken Bayern Markus Swassek (Team Baier Landshut) beugen, der dem Feld 40 Runden lang mit großem Abstand vorausgefahren war.

"Am schönsten ist, dass nichts passiert ist", strahlt RSC-Vizechefin Gudrun Ruster am Ende. Trotz regennasser Fahrbahn hatte es nur wenige Stürze gegeben, die glimpflich abgelaufen waren. So gut wie hautnah bekommen die Anwohner vieles mit. Bei Bernd Sponagel sind diesmal allerdings die "Logenplätze" auf der Gartenterrasse mit Blick auf die Zielgerade in der Hirschberger Allee wetterbedingt geschlossen. Doch vor dem Haus hat sich ein Teil seines Freitagsstammtisches versammelt. Alle genießen die Sprints kurz nach der Kurve am Ausgang des Stahlbühlrings. Neben Prämien geht es vor allem um Punkte, die am Ende über den Sieg entscheiden.

"So eine Veranstaltung direkt vor Ort muss man doch unterstützen", findet Sponagel, der diese Tradition seit seinem Umzug 2009 auch als Sponsor von Sprintprämien pflegt. Sekt serviert der Gastgeber, alles andere gibt's an den RSC-Ständen schräg gegenüber. "So nass war's noch nie", sagt Altbürgermeister Rainer Ziegler. Verrücktes Wetter: Die vorvergangene Auflage vor zwei Jahren hatte bei Gluthitze stattgefunden. Ziegler ist erstmals nicht als Schirmherr der Rennen vor Ort, sondern als RSC-Mitglied und Streckenposten. Auch beim Aufbau packt er mit an.

Diesmal fehlt es auch nicht an Helfern wie 2016, als das Rennen abgesagt worden war. "Toll, dass es wieder stattfinden kann", freut sich das aktive Mitglied Peter Reich. "Aber es hat Abmeldungen gerasselt", berichtet Gesamtorganisatorin Ruster. "Wer fährt schon gerne bei Regen, aber ich komme in den Kurven gut damit zurecht", sagt RSC-Fahrer Erk.

Weil viele Fahrer im Stau auf der Autobahn feststecken, verzögert sich der Start. Auch aus diesem Grund werden beide Rennen gekürzt. Genügend spannende Sprints um Punkte und Prämien sehen die Zuschauer trotzdem. Erstmals ist Michaela Knopfe dabei: Die Kundenberaterin der örtlichen Filiale der Volksbank Kurpfalz kürt die Sieger des Hauptrennens zusammen mit den RSC-Chefs Ruster und Dieter Brodehl. Als Bürgermeister-Stellvertreterin überreicht Ruster mit ihrem Kollegen Bernd Garbaczok die begehrte Schleife in den Stadtfarben von Ladenburg.