Ladenburg

Ladenburg Überwiegend zufriedene Bilanz des 45. Weihnachtsmarkts / Kinderprogramm soll 2020 wieder breiter aufgestellt sein

Sogar bei Regen treue Besucher im Budendorf

Archivartikel

„Wir wollen Ihnen ein bisschen Weihnachtsfreude in die Herzen spielen“, sagte Trompeterin Anke Christian. Das gelang ihrem Ensemble „La Brass“ aus den Reihen der Freien evangelischen Gemeinde Ladenburg so hervorragend, dass sich der Platz vor der Bühnenbude auf dem Weihnachtsmarkt immer mehr füllte. Zum vierten und letzten Adventswochenende gaben die Akteure noch einmal alles: Musiker, Sänger der Neuapostolischen Kirche und zum krönenden Abschluss am Sonntagabend der Liederkranz-Chor ebenso wie Aussteller und Besucher, die zum Finale vor dem Fest in Scharen herbeiströmten.

Zeit für eine abschließende Bilanz der 45. Auflage des Budendorfs rund um den Marienbrunnen. „Wir können zufrieden sein“, strahlte Christoph Weinig von der Werkstatt der Waldpark-Initiative, die zur Reparatur ihres Glashauses unter anderem Holzgarderoben mit Ladenburgmotiven verkaufte. „Es lief sehr zufriedenstellend: Ich kann nur Positives sagen“, resümierte Heinz Drescher vom Kinderkettenflug. Den Schausteller aus Bürstadt besuchten viele treue Stammkunden: „Die freuen sich immer alle, wenn ich da bin“, sagte Drescher. Er erinnert sich bis heute gerne daran, dass Altbürgermeister Rainer Ziegler bei Dreschers Premiere in der Römerstadt so geschwärmt habe über das vor 16 Jahren nach Dreschers Wünschen gebaute Fahrgeschäft mit Aladin-Märchenfilmmotiven und blinkenden Lichtern: „Das gibt ein wunderschönes Bild ab, hat er gesagt“, so Drescher strahlend.

„Es ist für uns suboptimal gelaufen, weil uns am neuen Standort nicht jeder gefunden hat“, sagte Karin Fuchs. Nach mehr als zehn Jahren habe ihr Mannheimer „Bienenhaus Casa Mellifera“ aus einer Bude nahe des Kaffeehauses an die Hauptstraße umziehen müssen und obendrein nur an zwei statt vier Wochenenden öffnen dürfen. Viele Kunden hätten sie am ersten und zweiten Advent vergeblich gesucht.

Bewusstsein für Bienen

Aber: „Wir freuen uns trotzdem hier zu sein.“ Jutetaschen mit der Aufschrift „Rettet unsere Bienen“ signalisierten ökologisches Bewusstsein. „Man darf aber nicht nur auf die Landwirte schimpfen, die sich zwar um Artenschutz bemühen müssen, aber selbst auch in Not sind, und deshalb sind Kompromisse zu finden“, fand Fuchs.

„Wir sind zufrieden“, erklärte Susanne Lederer-Metz vom „Zuckerhäusel“. Vor allem habe das Wetter überwiegend mitgespielt: „Es war oft schlecht gemeldet, hat sich aber meistens gemacht“, freute sich die Ladenburgerin. Auch sie würde 2020 gerne wieder dabei sein. Bereits ihre Großeltern haben die Süßwarentradition in der Wiederaufbauzeit begründet. Vor dem Krieg betrieben ihre Urgroßeltern Kinderkarussell und Kettenflieger. Seit 2012, dem Jahr, als letztmals der Bund der Selbstständigen (BdS) die Organisation innehatte, ist Lederer-Metz mit ihrem Wagen auch auf dem Weihnachtsmarkt ihrer Heimatstadt.

Seit 2013 führt die Stadtverwaltung Regie, kümmert sich um Aussteller sowie Programm. Dafür zeichnete diesmal Claudia Döhner von der Stabsstelle Stadtmarketing verantwortlich. „Die Bilanz fällt aus unserer Sicht gut aus“, sagte Rathaussprecherin Nicole Hoffmann und führte weiter aus, dass vor allem das erste Adventswochenende „sehr gut besucht“ gewesen sei und bei Besuchern sowie Hüttenbetreibern für zufriedene Gesichter gesorgt habe. Selbst wenn es regnete, wie beim Garango-Frühschoppen am dritten Advent, gab es treue Besucher. Hoffmann weiß, warum: Es liege am „schönen Ambiente auf dem historischen Marktplatz in Verbindung mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm“.

Kosten von 36 000 Euro

„Leider“, bedauerte Hoffmann, „konnte dieses Jahr das Kinderprogramm aufgrund von Terminkollisionen nicht in der gewohnten Breite angeboten werden.“ Es habe sich auf das Basteln beschränkt. Für nächstes Jahr sei aber wieder ein vielfältigeres Angebot vorgesehen. Das städtische Weihnachtsmarktbudget betrage 36 000 Euro. Darin enthalten seien Kosten für einige Neuerungen in den Buden und auf dem Platz, Künstlergagen sowie unter anderem Bauhofleistungen.

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