Ladenburg

Ladenburg Bauernball und Laienspielnachmittag amüsieren mehr als 800 Besucher in der Lobdengauhalle

Spaß mit schweigenden Kühen

Ausgerechnet in diesen besserwisserischen Tierarzt hat sich die Tochter verliebt. Dabei stellt der doch obendrein immer so hohe Rechnungen, wie der selbst ganz schön schlitzohrige Milchkuhhalter Sonnenschein findet. Doch ist das längst nicht das einzige Problem, das Karl Meng als einer der Hauptakteure in der Komödie „Das Schweigen der Kühe“ hat: Die neue Freundin seiner Frau nervt ebenso gewaltig wie die überdrehte Touristin aus der Stadt mit ihren gewagten Theorien zum Seelenleben seines Viehs.

Für die mehr als 800 Zuschauer der beiden Aufführungen bei Bauernball und Laienspielnachmittag in Ladenburg ist das alles ein großes Vergnügen.

Seit 1979 Stimmungsgarant

Heitere Verwechslungen, Missverständnisse und Mundart-Kabbelei: Das sind seit 40 Jahren die Grundelemente aller Lustspiele der Landwirte in der Lobdengauhalle. Wie Meng war auch Anneliese Simons schon bei der Premiere 1979 mit von der Partie. Das würdigte Steffen Linnenbach als Chef des gastgebenden Bauernverbands in seiner Rede ebenso wie später auch Claudia Schmitt. Die Moderatorin ist die Tochter des früh verstorbenen Cheflandwirts Heinrich Fetzer, der den Ball mit eigenen Stücken voller Lokalkolorit wiederbelebt hatte. Schmitt überreichte „unseren beiden alten Hasen in der Truppe“ Erinnerungsgeschenke und stellte unter Beifall fest: „Mein Vater hätte sich heute riesig gefreut, dass es den Ball noch so lebendig gibt.“

In weiteren Rollen sah das begeisterte Publikum diesmal Natalie Weber, Sylvia Frey, Claudia Schmitt, Peter Ullrich und Stefan Müller. Unter der Regie von Evi Liebl hatten alle wieder wochenlang im Wohnzimmer der Mengs geprobt.

Da die Familie Rinder und Wasserbüffel hält, gab es jedes Mal Gelegenheit, die „Kuh-Kommunikation“ als Dauer-Gag im Stück zu vertiefen. Auch fiel das Bühnenbild von Fritz Betz besonders gelungen aus, wofür dieser Extraapplaus hörte. „Der Bauernball ist für uns eine Tradition, bei der wir Bauern zusammen feiern und mit großem Aufwand etwas auf die Beine stellen, was auch diesmal reibungslos geklappt hat“, freute sich der 31-jährige Linnenbach, als Nachfolger von Meng seit 2018 an der Spitze der Ladenburger Landwirte. „Fürs Schauspiel fehlt mir aber jegliches Talent“, so Linnenbach. Der Kicker aus der 2. Mannschaft der 03er-Fußballer will weiterhin dafür sorgen, dass Ball-Erlöse sozialen Zwecken zugute kommen.

Eingangs skizzierte Linnenbach die Auswirkung des Dürresommers 2018 auf die Ernte. Linnenbach zeigte sich trotz einiger andauernd überschwemmter Äcker zuversichtlich, eine „auch für den Biber und seine Familie verträgliche Lösung“ zu finden.

Die Landfrauen sorgten mit einem tollen Medley all ihrer Shows seit 1983 für Riesenstimmung. Damals saß noch Elisabeth Trill-Lackert für Gesangseinlagen am Klavier. Schmitt erinnerte an die frühen Tage, als Bärbel Siebler schon mitwirkte. Neben ihr schlüpften diesmal Hedwig Jung, Viktoria Schiffel, Heidi und Julia Mattutat, Christiane Jäger, Sabine Bach, Karin Büttner, Barbara Volk, Beate Blaeß, Annette, Milena und Maren Wolf in alle möglichen Playbackrollen.

Für die Musik sorgte Volker Jäger. Technik: Team Remark. Maske: Luise Würthwein und Cara Bettinger. Zum Tanz spielten wie immer „The Holidays“ auf. Das „Ochsen“-Team bewirtete die Gäste.